
Inhaltsverzeichnis
Wichtigste Erkenntnisse
- Die Position der Vergilbung (oben oder unten) verrät sofort, ob mobile oder immobile Nährstoffe betroffen sind. Gelbe Blätter in der Spätblüte sind oft normal und kein Zeichen für ein Problem.
- Stickstoffmangel ist die häufigste Ursache. Er ist erkennbar an gleichmäßigem Gelb, das von unten beginnt.
- Intervenale Chlorose (Adern grün, Gewebe gelb) deutet meist auf Magnesium- oder Eisenmangel hin.
- pH-Lockout verursacht Mangelsymptome, obwohl Nährstoffe vorhanden sind – pH-Messung ist Pflicht.
- Überwässerung ist genauso häufig wie Nährstoffmangel und an schlaffen Blättern bei nassem Substrat erkennbar.
- Frühzeitiges Handeln und systematische Diagnose retten die meisten Pflanzen.
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Gelbe Blätter an der Cannabispflanze sind eines der häufigsten Signale, dass etwas nicht stimmt – aber nicht jedes Gelb bedeutet dasselbe. Die Position auf der Pflanze, das Muster der Verfärbung und das Aussehen der betroffenen Blätter geben bereits sehr viel preis. Wer richtig hinschaut, kann die Ursache oft eingrenzen, bevor größerer Schaden entsteht.
Warum werden Cannabisblätter gelb?
Warum Cannabisblätter gelb werden, hat meist eine von wenigen klar unterscheidbaren Ursachen. Gelbe Blätter entstehen, wenn Pflanzenzellen nicht genug Chlorophyll produzieren oder abbauen – dieser Vorgang heißt Chlorose. Die Ursachen sind vielfältig: Nährstoffmangel, falscher pH-Wert, Wasserfehler, Licht- oder Temperaturstress sowie Schädlinge und Krankheiten kommen alle infrage.
Die gute Nachricht ist hierbei, dass bei frühem Handeln fast alle Probleme, die im Zusammenhang mit gelben Blätter entstehen, gelöst werden können. Die folgende Tabelle gibt einen schnelle Überblick über die verschiedenen Ursachen von gelben Blättern:
| Position / Muster | Wahrscheinliche Ursache |
| Gelb von unten nach oben, gleichmäßig | Stickstoffmangel |
| Gelb zwischen den Blattadern, unten | Magnesiummangel |
| Gelb oben, neue Blätter betroffen | Eisenmangel, Kalziummangel |
| Gelbe bis braune Ränder, unten | Kaliummangel |
| Gleichmäßig blass-gelb, gesamte Pflanze | Überwässerung, Lichtstress |
| Gelbe Spitzen oben | Lichtbrand, Überdüngung |
| Gelb mit braunen Flecken | Kalziummangel, Schädlinge |
| Gelb trotz regelmäßiger Düngung | pH-Lockout |
| Gelb nach Umtopfen | Transplantationsschock |
| Gelb in der Spätblüte, unten | Normal – Seneszenz |
Wo sind die Blätter gelb? Warum die Position alles verrät
Die Position der Vergilbung ist der wichtigste erste Diagnoseschritt. Denn sie zeigt, ob ein mobiles oder immobiles Nährelement betroffen ist.
Mobile Nährstoffe kann die Pflanze intern umlagern, immobile nicht. Deshalb zeigen sich Mängel mobiler Nährstoffe zuerst unten an älteren Blättern, Mängel immobiler Nährstoffe zuerst oben an neuen Blättern.
Gelbe Blätter unten an der Pflanze: Mobile Nährstoffe zuerst prüfen
Beginnt die Vergilbung unten an älteren Blättern und arbeitet sich nach oben, weist das fast immer auf einen Mangel an mobilen Nährstoffen hin. Mobile Nährstoffe wie Stickstoff, Magnesium, Kalium und Phosphor kann die Pflanze aus älteren Blättern in neue Wachstumsbereiche umlagern.
Was du zuerst prüfen solltest sind: Stickstoff, Magnesium, Kalium in genau dieser Reihenfolge.
Gelbe Blätter oben an der Pflanze: Immobile Nährstoffe oder Umwelt
Gelbe Blätter oben an der Pflanze folgen einer anderen Logik und geben dir diese Signale: Zeigen sich die Probleme an den jungen, oberen Blättern und Triebspitzen, sind immobile Nährstoffe die wahrscheinlichere Ursache. Eisen, Kalzium und Schwefel können in der Pflanze nicht umgelagert werden. Fehlen diese, leiden zuerst die neu wachsenden Bereiche. Auch Lichtbrand, Hitzestress und extreme Nährstoffüberdosierung zeigen sich typischerweise zuerst bei den Blättern oben an der Pflanze.
Was du zuerst prüfen solltest: Eisen, Kalzium, Schwefel in dieser Reihenfolge. Danach Lampenabstand und Temperatur kontrollieren sowie den pH-Wert messen, da ein zu hoher pH-Wert die Aufnahme immobiler Nährstoffe blockiert, auch wenn diese im Substrat vorhanden sind.
Gleichmäßige Gelbfärbung durch die gesamte Pflanze
Gleichmäßige Gelbfärbung durch die gesamte Pflanze hat seltenere, aber gut erkennbare Ursachen:
Vergilbt die gesamte Pflanze gleichmäßig ohne klares Muster, kommen Überwässerung, ein pH-Problem oder extremer Lichtstress infrage. Bei Überwässerung sind die Blätter oft auch schlaff und hängen trotz ausreichend Wasser.
Was verrät das Muster der Gelbfärbung?
Nicht nur die Position der Verfärbung, auch das Muster innerhalb des Blattes gibt wichtige Hinweise auf die Ursache. Die folgenden Absätze inkl. Bilder helfen dir, die Verfärbung und das Problem dahinter zu diagnostzieren
Gleichmäßige Blattvergilbung ohne Flecken
Eine gleichmäßige Blattvergilbung ohne Flecken sieht so aus: Das Blatt wird insgesamt heller und schließlich gelb, ohne Flecken oder Muster. Dieses Bild haben zwei häufige Ursachen, die sich aber gut unterscheiden lassen:
- Bei Stickstoffmangel beginnt die Vergilbung unten an den älteren Blättern und arbeitet sich nach oben. Die oberen Blätter bleiben zunächst grün.
- Bei Überwässerung vergilbt die gesamte Pflanze gleichmäßig, ohne dass ein klares oben oder unten erkennbar ist. Die Blätter hängen zusätzlich schlaff, obwohl das Substrat noch feucht ist.

Intervenale Vergilbung: zwischen den Blattadern bleibt Grün
Eine intervenale Vergilbung ist gut erkennbar: Die Blattadern bleiben grün, während das Gewebe dazwischen gelb wird. Dieses Muster heißt intervenale Chlorose und weist auf zwei mögliche Mängel hin, die sich anhand der Position unterscheiden lassen:
- Intervenale Chlorose an den unteren, älteren Blättern deutet auf Magnesiummangel hin.
- Intervenale Chlorose an den oberen, jungen Blättern deutet auf Eisenmangel hin.

Braune Flecken oder Ränder kombiniert mit Gelb
Braune Flecken oder Ränder kombiniert mit einer gelben Verfärbung weisen auf drei mögliche Ursachen hin, die sich anhand von Position und Muster unterscheiden lassen.
- Kalziummangel: unregelmäßige braune Flecken auf neuen, oberen Blättern, oft mit gelblichem Rand
- Kaliummangel: gelbe bis braune Ränder an älteren, unteren Blättern, die Blattmitte bleibt zunächst grün
- Schädlingsbefall: braune Punkte oder Flecken ohne klares Muster, oft auf der Blattoberseite sichtbar, Unterseite unbedingt kontrollieren

Gelbe Spitzen oder Blattränder
Bei gelben Spitzen oder Blatträndern verfärbt sich nur dieser Bereich, während der Rest des Blattes grün bleibt. Auch hier verrät die Position die wahrscheinliche Ursache.
- Gelbe Spitzen oben: meist Lichtbrand durch zu intensive Beleuchtung oder zu geringen Lampenabstand
- Gelbe Ränder unten an älteren Blättern: meist Kaliummangel, die Ränder sind zuerst betroffen
- Gelbe Spitzen oder Ränder gleichmäßig verteilt: oft Windburn durch zu starke oder direkt auf die Blätter gerichtete Belüftung

Welche Nährstoffmängel verursachen gelbe Blätter bei Cannabis?
Nährstoffmängel und Mangelerscheinungen sind die häufigste Einzelursache für Vergilbung von Blättern der Cannabis Pflanze. Welcher Nährstoff fehlt oder welche Krankheit vorliegt, lässt sich anhand von Position und Muster der Vergilbung meist gut eingrenzen. Die folgenden Mängel sind am häufigsten und haben jeweils ein charakteristisches Erscheinungsbild.
Stickstoffmangel – häufigste Ursache, startet unten
Stickstoff ist der wichtigste Makronährstoff für Blattwachstum und Chlorophyllproduktion. Bei einem Mangel werden die unteren, älteren Blätter zuerst hellgrün, dann gleichmäßig gelb. Hierbei lagert die Pflanze lagert Stickstoff aus alten Blättern in neue Triebe um. Das Muster wandert im weiteren Verlauf des Mangels vom unteren Teil der Pflanze nach oben.

Was hilft: Stickstoffreichen Dünger einsetzen, pH-Wert prüfen (ideal 6,0–7,0 in Erde, 5,5–6,5 in Hydro).
Magnesiummangel – intervenale Chlorose
Magnesium ist zentraler Bestandteil des Chlorophyllmoleküls. Bei einem Mangel bleiben die Blattadern grün, während das Gewebe dazwischen vergilbt. Dies fängt typischerweise an den mittleren bis unteren Blättern an. Magnesiummangel tritt häufig bei weichem Leitungswasser auf, da dieses von Natur aus wenig Magnesium enthält. Auch eine intensive Blütedüngung kann Magnesiummangel auslösen, weil hohe Kalium- und Kalziumgaben die Magnesiumaufnahme in der Pflanze blockieren können.

Was hilft: Bittersalz (Magnesiumsulfat) als Blattspray oder über das Gießwasser; pH-Wert auf 6,0–6,5 einstellen.
Kalziummangel – braune Flecken, neue Blätter betroffen
Kalzium ist ein immobiler Nährstoff, weshalb bei einem Kalziummangel zuerst die jüngsten Blätter leiden. Der Mangel zeigt sich in unregelmäßigen braunen Flecken, oft mit gelblichem Rand, meist an Blattspitzen oder Blatträndern. In stärkeren Fällen können sich neue Triebe zusätzlich verformen oder verkrümmen.

Was hilft: Kalzium-Magnesium-Supplement, pH-Wert auf 6,2–6,8 einstellen, Luftfeuchtigkeit prüfen.
Eisenmangel – Vergilbung beginnt an jungen Blättern oben
Eisen ist ebenfalls immobil, weshalb die Vergilbung an den obersten, jüngsten Blättern beginnt und das typische intervenale Muster zeigt: Die Adern bleiben grün, das Gewebe dazwischen wird gelb.
Wichtig zu wissen: Hinter einem scheinbaren Eisenmangel steckt häufig kein echter Nährstoffmangel, sondern ein zu hoher pH-Wert, der die Eisenaufnahme blockiert, obwohl ausreichend Eisen im Substrat vorhanden ist.

Was hilft: pH-Wert als erstes prüfen und korrigieren (unter 6,5 in Erde); bei echtem Mangel chelatierten Eisendünger einsetzen.
Kaliummangel – gelbe bis braune Ränder
Kaliummangel zeigt sich an den Rändern älterer, unterer Blätter, die zunächst gelb und dann braun und trocken werden. In fortgeschrittenen Fällen rollen sich die Blattspitzen ein. Kaliummangel tritt besonders häufig in der Blütephase auf, weil der Kaliumbedarf der Pflanze dort deutlich steigt und eine Blütedüngung mit zu wenig Kalium den Mangel begünstigt.

Was hilft: Kaliumreichen Blütedünger einsetzen, Überdüngung mit anderen Salzen ausschließen, pH-Wert prüfen.
Schwefelmangel – helles Gelb an neuen Blättern
Schwefel ist immobil, weshalb sich ein Mangel zuerst an den jungen, oberen Blättern zeigt. Die Vergilbung beginnt gleichmäßig und deutlich heller als bei Stickstoffmangel, ohne das typische intervenale Muster. Schwefelmangel ist insgesamt seltener als andere Mängel, kann aber auftreten wenn das Substrat stark ausgelaugt ist oder über längere Zeit einseitig gedüngt wurde.

Was hilft: Schwefelhaltigen Dünger oder Gipspulver einsetzen, pH-Wert prüfen.
Warum vergilben Blätter trotz regelmäßiger Düngung? pH-Lockout als häufig übersehene Ursache
Warum Blätter trotz regelmäßiger Düngung vergilben, liegt oft am pH-Wert. Dies ist ein häufiger Frustrationsfaktor: Die Pflanze bekommt alle Nährstoffe, trotzdem werden die Blätter gelb.
Die häufigste Erklärung ist ein so genannter pH-Lockout, wobei der Boden- oder Substrat-pH-Wert außerhalb des optimalen Bereichs liegt. Dies hat zur Folge, dass die Pflanze bestimmte Nährstoffe nicht aufnehmen kann, auch wenn sie vorhanden sind.
Optimale pH-Bereiche:
- Erde: 6,0–7,0 (ideal 6,2–6,8)
- Kokos/Hydro: 5,5–6,5 (ideal 5,8–6,2)
Verschiedene Nährstoffe haben unterschiedliche Aufnahme-Optima. Liegt der pH zu hoch oder zu niedrig, werden bestimmte Elemente chemisch gebunden und stehen der Pflanze nicht zur Verfügung. Ein günstiges pH-Messgerät gehört zur Grundausstattung jedes Grows.
Was hilft bei pH-Lockout: Substrat mit reinem, pH-korrigiertem Wasser durchspülen (Flushing), dann normal düngen.
Welche Umweltfaktoren führen zu gelben Cannabisblättern?
Nicht immer steckt ein Nährstoffmangel hinter gelben Blättern. Umweltbedingungen wie Licht, Temperatur und Wasser können genauso starke Vergilbungssymptome verursachen und werden dabei häufig übersehen, weil man zuerst an Düngung oder pH denkt.
Überwässerung
Überwässerung verursacht gelbe Blätter häufiger als viele denken. Sie ist eine der häufigsten Fehlerquellen, besonders bei Anfängern. Die Wurzeln bekommen zu wenig Sauerstoff, können Nährstoffe nicht aufnehmen. Außerdem werden die Blätter gelb und hängen schlaff, selbst wenn das Substrat noch feucht ist. Im schlimmsten Fall entsteht Wurzelfäule.

- Erkennungszeichen: Blätter hängen trotz feuchtem Substrat, Töpfe fühlen sich sehr schwer an, Substrat ist dauerhaft nass.
- Was hilft: Gießintervalle verlängern, nur gießen wenn die obere Substratschicht trocken ist.
Unterwässerung / Wassermangel
Unterwässerung zeigt ähnliche Symptome, lässt sich aber leicht unterscheiden. Bei Wassermangel werden die Blätter ebenfalls schlaff und gelb, aber das Substrat ist trocken und leicht. Die Pflanze kann Nährstoffe nicht transportieren und schützt sich durch Stressreaktionen.

- Erkennungszeichen: Trockenes, leichtes Substrat, Blätter trocken und welk, eventuell leicht braun an den Spitzen.
- Was hilft: Regelmäßiger Gießrhythmus, Finger- oder Hebe-Test zur Feuchtigkeitskontrolle.
Lichtbrand und falsche Lampenintensität
Lichtbrand zeigt sich immer oben und ortsgebunden. Zu intensive Beleuchtung oder Lampen die zu nah an der Pflanze hängen, können die oberen Blätter verbrennen. Die Spitzen und oberen Blätter werden gelb bis weiß, oft mit einer scharfen Grenze zum gesunden Gewebe. Der Schaden ist ortsgebunden – immer dort, wo das Licht am stärksten ist.

- Erkennungszeichen: Gelb-weiße Verfärbung nur an den obersten Blättern, scharfe Grenze zum gesunden Gewebe, Schaden immer dort wo das Licht am stärksten ist
- Was hilft: Lampenabstand erhöhen, Lichtintensität reduzieren, PPFD-Werte prüfen.
Hitzestress
Hitzestress entsteht schneller als viele annehmen. Temperaturen über 28 bis 30 °C stressen die Pflanze und können Vergilbung, eingerollte Blätter und verlangsamtes Wachstum verursachen. Oft tritt Hitzestress kombiniert mit Lichtbrand oder schlechter Belüftung auf.
- Erkennungszeichen: Blätter rollen sich nach oben ein, Vergilbung beginnt an den Spitzen, Wachstum verlangsamt sich spürbar, Thermometer zeigt dauerhaft über 28 °C
- Was hilft: Temperatur unter 28 °C halten, Belüftung verbessern, Lampenabstand prüfen
Kältestress – besonders beim Outdoor-Anbau
Kältestress trifft Outdoor-Pflanzen im Herbst besonders hart. Temperaturen unter 10–12 °C verlangsamen den Stoffwechsel der Pflanze deutlich. Die Blätter können gelb oder sogar violett-bläulich werden, da Anthocyane aktiviert werden. Beim Outdoor-Anbau in Mitteleuropa ist das im Frühherbst ein reales Risiko.
Bei manchen Sorten, etwa anthocyanreichen Purple-Genetiken, ist diese Verfärbung durch kühle Nachttemperaturen allerdings gewünscht und kein Stresssignal. Der Unterschied ist hierbei, dass die Pflanze normal weiter wächst und die Blüten sich gesund entwickeln.

- Erkennungszeichen: Vergilbung oder violett-bläuliche Verfärbung der Blätter, verlangsamtes Wachstum, Blätter wirken steif, Temperaturen nachts unter 12 °C
- Was hilft: Ernte vorziehen, Pflanzen abdecken oder ins Gewächshaus stellen, kältetolerante Sorten wählen.
Können Schädlinge oder Krankheiten gelbe Blätter verursachen?
Schädlinge und Krankheiten werden als Ursache für gelbe Blätter häufig zu spät erkannt, weil die Symptome denen von Nährstoffmängeln sehr ähnlich sehen. Der entscheidende Unterschied: Bei Schädlingsbefall finden sich auf der Blattunterseite oft kleine Tiere, Eier oder Gespinste. Ein Blick auf die Blattunterseite gehört deshalb zur Grunddiagnose, bevor man mit Düngen oder pH-Korrekturen beginnt.
Spinnmilben – gelbe Punkte auf der Blattoberseite
Spinnmilben sind eine häufige Ursache für gelbe Punkte auf der Blattoberseite. Sie hinterlassen charakteristische kleine gelbe Punkte auf der Blattoberseite, weil sie auf der Unterseite Zellsaft saugen.

- Erkennungszeichen: Kleine gelbe Punkte auf der Blattoberseite, Gespinste auf der Unterseite, Befall nimmt bei Hitze und Trockenheit schnell zu
- Was hilft: Neem-Öl, Raubmilben als biologische Bekämpfung, Luftfeuchtigkeit erhöhen.
Trauermückenlarven und Wurzelschäden
Trauermückenlarven schädigen unsichtbar unter der Oberfläche. Die Larven fressen an den Wurzeln und beeinträchtigen die Nährstoffaufnahme. Symptome ähneln Nährstoffmangel oder Überwässerung.
- Erkennungszeichen: Gelbe Blätter und schlaffe Pflanze trotz normalem Gießverhalten, kleine schwarze Fliegen an der Substratoberfläche
- Was hilft: Oberste Substratschicht antrocknen lassen, Gelbtafeln aufstellen, Nematoden einsetzen.
Wurzelfäule
Wurzelfäule ist eine der schwersten Ursachen für systemische Vergilbung. Sie entsteht meist durch anhaltende Überwässerung oder schlechte Drainage und führt zu systemischer Vergilbung und Welke der gesamten Pflanze.

- Erkennungszeichen: Gesamte Pflanze welkt und vergilbt, Wurzeln sind braun und schlammig, unangenehmer Geruch beim Blick in den Topf
- Was hilft: Drainage verbessern, betroffene Wurzeln entfernen, Trichoderma einsetzen, Gießverhalten korrigieren.
Gelbe Blätter in besonderen Situationen
Nicht jede Vergilbung direkt ist ein Alarmsignal. In bestimmten Situationen und Wachstumsphasen sind gelbe Blätter ein normaler Teil der Pflanzenentwicklung.
Gelbe Blätter bei Keimlingen und Sämlingen – was ist normal?
Gelbe Blätter bei Keimlingen sind oft kein Problem. Keimlinge sind in den ersten Tagen noch von den Nährstoffen im Samenblatt (Kotyledon) versorgt. Wenn diese ersten runden Blätter nach einigen Wochen gelb werden und abfallen, ist das vollkommen normal. Erst wenn echte Laubblätter betroffen sind, sollte man genauer hinschauen.
Gelbe Blätter nach dem Umtopfen – Transplantationsschock
Gelbe Blätter nach dem Umtopfen können Blätter vorübergehend gelb oder hängend werden – die Wurzeln brauchen Zeit, um sich im neuen Substrat zu etablieren. Der Transplantationsschock ist meist nach wenigen Tagen überstanden, wenn kein weiterer Stress hinzukommt. Deswegen sollte man nicht direkt nach dem Umtopfen überdüngen, frisches Substrat nutzen und Mykorrhiza kann ebenfalls die Eingewöhnung unterstützen.
Gelbe Blätter während der Blütephase – wann ist es normal?
Gelbe Blätter während der Blütephase müssen differenziert betrachtet werden. In der Spätblüte (letzte 2–3 Wochen) sind sie meist kein Alarmsignal, sondern ein natürlicher Prozess: Die Pflanze zieht Nährstoffe aus den Blättern in die Blüten um, da sie ihren Lebenszyklus abschließt. Das gilt vor allem für untere Blätter. Betreffen die Probleme hingegen obere Blätter oder Blütenblätter, sollte man die Ursache suchen.
Gelbe Blätter beim Outdoor-Anbau
Gelbe Blätter beim Outdoor-Anbau haben meist klimatische Ursachen. Outdoor-Pflanzen sind einer Vielzahl von Stressfaktoren ausgesetzt: Temperaturextreme, Regen, Wind, wechselnde Lichtbedingungen. Gelbe Blätter können im Herbst durch Kälte, in trockenen Sommern durch Wasserstress oder jederzeit durch Schädlinge entstehen. Bodenanalysen helfen, Nährstoffprobleme vom klimatischen Stress zu unterscheiden.
Wie behebt man gelbe Blätter: allgemeine Sofortmaßnahmen
- Position und Muster bestimmen: Oben oder unten? gleichmäßig oder gefleckt? Das schränkt die Ursachen sofort ein.
- pH-Wert messen: Gieß- und Ablaufwasser prüfen. Ein pH-Problem macht alle anderen Maßnahmen wirkungslos.
- Gießverhalten prüfen: ist das Substrat zu nass oder zu trocken? Töpfe anheben und einschätzen.
- Auf Schädlinge untersuchen: Blattunterseite unter Lupe, Substratoberfläche auf Trauermücken prüfen.
- Düngeplan überdenken: Zu viel kann genauso schaden wie zu wenig. Bei Verdacht auf Überdüngung mit reinem Wasser spülen.
- Umgebungsbedingungen prüfen: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Lampenabstand.
- Gelbe Blätter nicht voreilig abschneiden: Solange sie noch etwas Grün haben, leisten sie noch Photosynthese. Erst entfernen, wenn sie komplett abgestorben oder von Krankheiten befallen sind.
Wie verhindert man gelbe Blätter durch richtige Vorbeugung?
- pH-Wert regelmäßig als Routine kontrollieren: Gieß- und Ablaufwasser messen, besonders nach Substratwechsel oder neuen Düngemitteln. So lassen sich Probleme erkennen, bevor sie sichtbar werden.
- Ausgewogen düngen: Den Nährstoffbedarf an die Wachstumsphase anpassen. In der Blüte mehr Kalium und Phosphor, weniger Stickstoff.
- Pflanzen regelmäßig inspizieren: Besonders Blattunterseiten auf Schädlingsbefall prüfen, am besten bei jeder Gießrunde.
- Optimale Klimabedingungen halten: Temperatur 20 bis 28 °C, relative Luftfeuchtigkeit 40 bis 70 % je nach Phase.
- Qualitatives Substrat verwenden: Frisches, gut strukturiertes Substrat mit guter Drainage verhindert Wurzelprobleme von Anfang an.
- Lampenabstand einhalten: Bei Indoor-Grows die Herstellerangaben und PPFD-Werte beachten, besonders bei leistungsstarken Lampen.
Fazit
Gelbe Blätter bei Cannabis sind ein Signal, kein Urteil. Wer Position und Muster der Vergilbung richtig interpretiert, kann die Ursache in den meisten Fällen schnell eingrenzen: Ein Blick auf oben oder unten, auf gleichmäßig oder gefleckt, auf nasses oder trockenes Substrat führt bereits weit. pH-Wert und Gießverhalten sind dabei die häufigsten übersehenen Faktoren.
Wer früh reagiert, kann fast jede Pflanze in einen gesunden Zustand zurückbringen. In der Spätblüte ist ein gewisses Vergilben unten an der Pflanze kein Grund zur Sorge, sondern ein ganz normaler Teil des Lebenszyklus.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt weder eine Rechtsberatung noch eine Aufforderung zum Kauf oder Konsum von Cannabis dar. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte wird keine Gewähr übernommen.











