
Inhaltsverzeichnis
Wichtigste Erkenntnisse
- Bonez nutzt Cannabis seit der Jugend und setzt heute vollständig auf den Vaporizer, als Genuss, Fokus-Hilfe und Unterstützung bei ADHS.
- Der Umgang mit Weed ist für ihn eng mit Kreativität, Alltag und seiner persönlichen Geschichte verbunden.
- Mit eigenen Strains und klarer Haltung zur Legalisierung verbindet Bonez MC authentisch Kultur, Gesundheit und 187-Lifestyle.
Cannabis ist seit jeher ein fester Bestandteil in der Musik und im Lifestyle von Bonez MC. Doch hinter dem Image steckt mehr: Für den 187-Rapper bedeutet Weed nicht nur Kultur und Genuss, sondern es ist auch ein wichtiges Werkzeug für Gesundheit und Fokus. Im Gespräch erzählt Bonez, wie er vom Tabak-Joint zum Volcano-Vaporizer fand und welche Rolle Legalisierung, Terpene und persönliche Strains heute in seinem Leben spielen. Zudem spricht er offen über seine ADHS-Diagnose, den Einfluss von Cannabis auf seinen kreativen Prozess und warum für ihn Obst und Nüsse längst spannender sind als klassische Munchies.

In deinen Songs spielt Cannabis oft eine zentrale Rolle. Wie nutzt du Cannabis im Alltag?
Bonez: „Täglich, per Vaporizer, nur Volcano von morgens bis Abends. Wenn ich ehrlich bin, kiffe ich seit meiner Jugend."
Hat sich was verändert in deiner Nutzung?
Bonez: „Angefangen mit Tabak, auch wegen finanziellen Mitteln, man hat sich damals einfach zu dritt einen 10er gekauft. Als ich später in der Karibik war, habe ich gemerkt, dass der Tabak super unnötig ist, den Geschmack kaputt macht und ich auch gar keinen Bock auf Tabak habe. Über 2 Jahrzehnte hab ich dann pure Joints geraucht. Seit 6 Jahren nur noch Volcano. Klar, wenn LX jetzt einen fetten Joint mit Glasfilter oder etwas Edles baut, dann ziehe ich natürlich auch dran. Aber ansonsten bin ich weg von der offenen Glut."
Hinweis der Redaktion: Auch LX hat uns ein Interview gegeben. Das Gespräch findest du hier.
Nutzt du Cannabis auch medizinisch?
Bonez: „Ich war bereits in meiner Jugend beim Psychologen, wegen meinem hardcore ADHS.
Ich konnte damals bei jedem Gespräch mitreden, aber konnte nie wirklich Filtern, welche Informationen wichtig sind und welche nicht. Für mich waren die Ablenkungen daher echt extrem. Laut Ärzten hätte ich mit Ritalin behandelt werden sollen. Aber ich habe da bereits viel gekifft, so auch vor dem Unterricht. Damit konnte ich mich viel besser fokussieren, fand Themen interessant und war auch auf den Lehrer fokussiert. Daher meinten die Ärzte und auch meine Eltern, dass es quasi das Ritalin für mich ersetzen könnte. Es macht mich auch nicht träge. Also ich kiff vorm Sport, ich kiffe morgens nach dem Aufstehen. Gerade in meinem Job, wo ich täglich stundenlang Beats hören muss, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich mich mit meinem Aufmerksamkeitsdefizit so reinsteigern und fokussieren könnte wie mit Marihuana. Plus, ich habe das Gefühl, dass wenn ich Sport mache und anschließend einen rauche, dass es meinen ganzen Körper lockert. Für mich ist es einfach sehr relaxing. Es wird auf jeden Fall medizinisch eingesetzt für mich und meine Familie."
Gab es je Kritik von deiner Familie?
Bonez: „Ja klar. Wenn du einen Sohn hast, 13-14 Jahre alt, der die ganze Zeit kifft, dann denkst du dir als Elternteil auch: ok, da stimmt irgendwas nicht. Wenn der Psychologe dann aber sagt, das ist ganz normal, das ersetzt das Ritalin, dann weißt du als Elternteil auch nicht mehr, was du sagen sollst.
Mittlerweile bin ich seit 5 Jahren Cannabis-Patient und es macht mich zu einem besseren Menschen."
Kennst du andere in deinem Umfeld, die Cannabis bewusst oder unbewusst auch zur Selbstmedikamentation nutzen?
Bonez: „Ich habe viele ADHS-Freunde, bei denen ich merke, sie rauchen wirklich extrem viel. Aber, dass sie damit auch besser funktionieren, also sozial besser funktionieren und Impulsivität weniger eine Rolle spielt. Klar, es lässt sich immer schwierig unterscheiden, wer Cannabis medizinisch nutzt und wer einfach nur kiffen will. Am Ende gibt es immer Menschen, die auf irgendwas nicht klarkommen. Aber Cannabis ist gar kein Vergleich zu dem, was zum Beispiel mit Alkohol passieren kann. Ich denke Marihuana würde den Weltfrieden auf jeden Fall näher bringen als Alkohol."
Hat sich deine Nutzungsweise über die Jahre verändert?
Bonez: „Als ich in LA und Jamaica war, bin ich auf pur umgestiegen, habe auch voll gemerkt, dass es Sinn macht mehr zu genießen und nicht mehr den Tabakflash zu haben. Ich bin auch gar kein Tabakfan. Irgendwann hab ich mich auch darüber abgefuckt, das Papier ungefiltert auf die Lunge zu rauchen.
Deswegen dachte ich mir, ich gehe auf die weniger schädliche Version und vaporize mit Ballon.
Ich rauche ca. 2.5 Gramm am Tag durch den Vaporizer, wie vom Arzt verschrieben. Das kann aber natürlich variieren, wenn ich zum Beispiel intensiv an einem Projekt arbeite."
Ist die Wirkung von Cannabis für dich immer gleich oder variiert sie je nach Sorte, Tageszeit oder deiner Stimmung?
Bonez: „Irgendwie nicht. Klar, ich weiß, Indika soll in die Couch drücken. Ich weiß nicht, ob es an meinem ADHS liegt, aber am Ende ist Weed für mich Weed und es geht an sich nur um die Geschmäcker. Der Geschmack und die Terps kommen bei Joints jedoch viel mehr durch. Ich schmecke auch gerne die Sorten, doch wegen meiner Gesundheit bevorzuge ich das Vaporisieren, wo der Geschmack nicht ganz so intensiv ist."
Gibt es Tage oder Phasen, in denen du bewusst pausierst?
Bonez: „Eigentlich nicht, die einzige Zeit wo ich nicht gekifft habe, war 1 Woche Tokio Urlaub und für meine MPU, 2 Jahre."
Was hat sich für dich durch die Teil-Legalisierung verändert?
Bonez: „Viele Freunde von mir und auch ich waren im Knast wegen Weed. Jetzt durch die Entkriminalisierung kann jeder Weed aus der Apotheke kaufen, selber anbauen oder einem Verein beitreten und das ist auf jeden Fall ein großer Schritt für die Menschheit. Auch für die Beschaffungskriminalität, jeder hat nun Zugang zu sauberem Gras und muss nicht irgendwas im Park kaufen. Wir sind in einem komplett neuen Zeitalter angekommen. Hätte mir jemand vor 10 Jahren gesagt, dass ich legales Weed, das mir schmeckt, mit meinem Namen verkaufen kann, hätte ich es für einen Spaß gehalten."
Was hat dich dazu inspiriert, deine eigenen Cannabissorten herauszubringen?
Bonez: „Cannabis hat mich gefunden. Es ist viel in meiner Kultur, in meiner Familie. Ich bin multikulti aufgewachsen, viel mit Reggae Musik und es war schon irgendwie immer ein Teil von mir."
Terpene oder THC first, worauf achtest du?
Bonez: „Sowohl als auch, THC macht Sinn für den Ballon, da ich dann weniger benutzen kann.
Aber ansonsten natürlich Terpene, über den THC-Gehalt."
Wenn deine neuen Sorten Tracks wären, welche wären es?
Bonez: „Ich glaube, ich würde eher so einen 24k Track machen, da könnte man auf jeden fall was machen."
Welchen Track muss die ultimative 420 Playlist haben?
Bonez: „Toyota. Der Song ist auf Jamaika entstanden wegen unseres Toyota. Für mich selbst ist es einfach mein 420, 187 Track."
Sesh-Orte mit 187: Welche Locations sind Legende und was macht die Magie Aus?
Bonez: „Palmen auf dem Kiez auf jeden Fall, sowie Flora Park. Ansonsten, worldwide wo die Sonne scheint und die Palmen echt sind."
Favorite Munchies?
Bonez: „Ich bin schon länger aus dem Fressflesh raus. Ich bin eher so ein Intervall Faster. Ich rauche morgens meine Ballons und ‘ess dann irgendwann erst gegen 16 Uhr. Wenn Munchies, dann auf jeden Fall Früchte, Joghurt, Nüsse, Honig-Teilchen, gutes Obst, gute Mangos. Ich ‘ess auch lieber Glutenfrei und nutze natürlichen Zucker und steh nicht mehr so auf Jelly Bellies und Sour Patch Kids." #
Fazit
Im Interview wird klar, dass Cannabis für Bonez eine wesentlich tiefere Bedeutung hat als bloßer Lifestyle-Konsum. Es begleitet ihn im Alltag, unterstützt ihn beim Umgang mit ADHS und dient ihm als kreativer Motor im Studio. Mit eigenen Strains, reflektiertem Konsum und klaren Worten zur Legalisierung, verbindet er persönliche Geschichte mit gesellschaftlicher Entwicklung. Dabei bleibt er, wie man ihn kennt: authentisch, direkt und unverkennbar.
Wir danken Bonez für das offene Gespräch.
Hinweis der Redaktion: Dieses Interview dient ausschließlich der kulturellen und journalistischen Auseinandersetzung mit Cannabisgebrauch im Kontext von Musik und Gesellschaft. Die Aussagen des Künstlers spiegeln persönliche Erfahrungen wider und ersetzen keine medizinische Beratung oder Therapieempfehlung.











