
Inhaltsverzeichnis
Wichtigste Erkenntnisse
- Im Gegensatz zu THC wirkt CBD nicht psychotrop. Es macht weder „high“ noch kann es zu einer Abhängigkeit bzw. einer Cannabiskonsumstörung führen.
- CBD interagiert mit dem Endocannabinoid-System (ECS) und beeinflusst Rezeptoren, die unter anderem an Schmerzwahrnehmung, Stimmungsregulation und Entzündungsprozessen beteiligt sind.
- Wissenschaftlich anerkannt ist die Wirksamkeit cannabinoider Fertigarzneimittel bei bestimmten Formen von Epilepsie. In weiteren Bereichen – darunter Angst, Schlaf und chronische Schmerzen – wird intensiv geforscht.
- Die WHO stuft CBD als gut verträglich ein. Dennoch sind leichte Nebenwirkungen (Müdigkeit, trockener Mund) und Wechselwirkungen mit Medikamenten möglich.
- Einige CBD-Produkte sind in Deutschland legal erhältlich, sofern der THC-Gehalt unter 0,3 % liegt und sie nicht als Heilmittel beworben werden.
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Cannabidiol, besser bekannt als CBD, ist längst kein Geheimtipp mehr in der Hanf-Szene. Denn dieser Wirkstoff hat den Sprung in die Drogeriemärkte, Apotheken und sogar in die Wellness-Routinen von Profisportlern geschafft und wird breit vermarktet. Doch bei der Vermarktung lehnen sich einige Anbieter etwas zu weit aus dem Fenster, was mögliche Wirkungen und Vorteile angeht. Hier wird oft das Bild eines „Wundermittels gegen alles“ vermittelt, ohne einen nüchternen Blick auf die tatsächlichen Fakten und Forschungslage von CBD.
Kann CBD überhaupt das bewirken, was man dir verspricht? Was genau passiert in deinem Körper, wenn du CBD-Öl unter die Zunge träufelst? In diesem ausführlichen Guide räumen wir mit Mythen auf, erklären die biologischen Mechanismen dieses Cannabinoids und geben dir eine Entscheidungshilfe für den legalen Dschungel der CBD-Produkte.
Was ist Cannabidiol (CBD)?

Cannabidiol ist eines von über 100 identifizierten Phytocannabinoiden in der Cannabispflanze. Chemisch gesehen handelt es sich um eine Verbindung mit der Summenformel C₂₁H₃₀O₂. Während die Pflanze Cannabis oft primär mit dem bewusstseinsverändernden THC assoziiert wird, ist CBD bei vielen Nutzhanfsorten der Hauptanteil der Inhaltsstoffe.
Die Entdeckung einer Legende
Obwohl Hanf seit Jahrtausenden als Nutzpflanze dient, wurde CBD erst 1940 vom amerikanischen Chemiker Roger Adams isoliert. Die genaue Struktur wurde jedoch erst 1963 durch den „Vater der Cannabis-Forschung“, Raphael Mechoulam, entschlüsselt. So blieb CBD im Gegensatz zu THC lange im Schatten. Denn Forscher fingen erst später an, das medizinische Potenzial systematisch zu untersuchen.
Was ist der Unterschied zwischen CBD vs. THC und anderen Cannabinoiden?
Der wohl wichtigste Punkt vorab: CBD ist nicht THC. Auch wenn beide aus derselben Pflanze stammen und strukturähnlich sind, sind ihre Wirkprofile sehr unterschiedlich.
- THC (Tetrahydrocannabinol):THC vermittelt seine Wirkung vor allem über seine direkte Bindung an die Endocannabinoid-Rezeptoren CB-1 und CB-2 und wirkt vorübergehend psychotrop, also bewusstseinsverändernd. Es kann also dein Denken, deine Stimmung und deine Wahrnehmung stark verändern.
- CBD (Cannabidiol): Agiert eher als „Modulator“ am Endocannabinoid-Rezeptor. CBD interagiert allerdings auch mit vielen anderen Rezeptorsystemen im Körper und wird deswegen oft als promiskuitives Molekül bezeichnet. CBD hat keine stark psychotrope Wirkung wie THC, kann aber laut präklinischer Forschung Einfluss auf Schmerzwahrnehmung und Stressreaktionen haben (1). In ähnlichem Sinn ist auch ein Paracetamol psychoaktiv, aber nicht psychotrop.
Die Familie der Cannabinoide
Neben den beiden Giganten gibt es über hundert weitere „kleine“ Geschwister von Cannabinoiden, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Hier nur einige der Prominentesten:
- CBG (Cannabigerol): Oft als „Stammzelle der Cannabinoide“ bezeichnet, da aus ihm THC und CBD entstehen. Erfahre mehr in unserem Artikel über Cannabinoide erklärt.
- CBDA: Die saure Vorstufe von CBD, die direkt in der lebenden Pflanze vorkommt.
- CBN (Cannabinol): Entsteht durch die Oxidation von THC und wird in der Forschung auf mögliche sedierende Eigenschaften untersucht.
Wie wirkt CBD im Körper? Das Endocannabinoid-System (ECS)

Um die wissenschaftliche Diskussion über CBD zu verstehen, muss man über das Endocannabinoid-System (ECS) sprechen. Jeder Mensch und fast alle Tiere besitzen dieses komplexe Signalsystem, waswie ein Dirigent eines Orchesters funktioniert. Denn es koordiniert verschiedene Körperfunktionen und sorgt dafür, dass alles harmonisch zusammenspielen kann. Somit kann es beispielsweise bei der Schmerzregulation helfen oder den Wach-Schlaf-Rythmus steuern.
Die Rezeptoren des ECS
Das ECS besteht primär aus den folgenden zwei Arten von Rezeptoren, woran bestimmte Cannabionoide der Cannabis Pflanze andocken können:
- CB1-Rezeptoren: Befinden sich überwiegend im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark). Sie sind beteiligt an der Steuerung von Bewegung, Gedächtnis, Emotionen und Schmerzempfinden.
- CB2-Rezeptoren: Sind vor allem im Immunsystem und in peripheren Organen zu finden. Sie spielen eine Schlüsselrolle bei Entzündungsreaktionen.
Der indirekte Weg von CBD
Im Gegensatz zu THC dockt CBD nicht direkt wie ein Schlüssel im Schloss an die CB1- und CB2-Rezeptoren an. Stattdessen interagiert es auf mehreren indirekten Wegen mit dem Körper.
- Negativer allosterischer Modulator: CBD bindet zwar an CB1-Rezeptoren, aber an einer anderen Stelle als THC (allosterische Bindungsstelle). Dadurch verändert CBD die Form des Rezeptors leicht und kann seine Empfänglichkeit für THC beeinflussen. Präklinische Daten deuten darauf hin, dass CBD auf diesem Weg die psychotrope Wirkung von THC abschwächen könnte (2).
- FAAH-Hemmung – Einfluss auf körpereigene Botenstoffe: CBD kann das Enzym FAAH (Fettsäureamid-Hydrolase) hemmen, das normalerweise Anandamid abbaut. Anandamid ist ein körpereigenes Endocannabinoid. Wenn FAAH gehemmt wird, bleibt mehr Anandamid länger im Körper verfügbar – ein Mechanismus, dessen Bedeutung für die körpereigene Stressregulation derzeit erforscht wird (3).
- Interaktion mit anderen Rezeptorsystemen: CBD ist ein promiskuitives Molekül und interagiert mit verschiedenen Rezeptorsystemen – weit über das Endocannabinoid-System hinaus (1). Hier sind nur einige der wichtigsten:
Serotonin-Rezeptoren (5-HT1A): CBD kann an diese Rezeptoren binden. In wissenschaftlichen Studien wird untersucht, ob dies mit stimmungsregulierenden Effekten zusammenhängen könnte (4).
Vanilloid-Rezeptoren (TRPV1): Diese Rezeptoren spielen eine Rolle bei Schmerzempfindung, Entzündungen und Körpertemperatur. CBD kann sie aktivieren, was Gegenstand der Schmerzforschung ist (1).
GPR55-Rezeptoren: Werden manchmal als „dritter Cannabinoid-Rezeptor“ bezeichnet. CBD kann sie blockieren – ein Mechanismus, der in der Entzündungsforschung untersucht wird (1).
CBD: Wissenschaftliche Evidenz & Forschungsgebiete

Die Forschung zu CBD ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Während viele Anwender auf persönliche Erfahrungen verweisen, liefert die Wissenschaft für einige Bereiche zunehmend Daten. Die Beweislage ist jedoch unterschiedlich stark, da einige Wirkungen durch mehrere klinische Studien gut belegt sind und es für andere Bereiche bisher nur Laborversuche oder einzelne Patientenberichte gibt.
1. Epilepsie – die stärkste Eviden
Die Evidenz bei Epliepsie ist am besten belegt und vorhanden. Ein CBD-haltiges Medikament ist offiziell zur Behandlung seltener, schwerer Epilepsieformen zugelassen. Dazu gehören Dravet-Syndrom und Lennox-Gastaut-Syndrom.
Randomisierte kontrollierte Studien zeigten bei der Anwendung in dem Zusammenhang einen signifikanten Rückgang der Anfallsfrequenz bei Kindern und Erwachsenen (5,6).
2. Angststörungen und Stress – vielversprechend, aber vorläufig
CBD wird intensiv auf mögliche anxiolytische, also angstlösende, Eigenschaften untersucht. In einer häufig zitierten Studie von Bergamaschi et al. aus dem Jahre 2011 wurde bei Probanden mit sozialer Angststörung eine Einzeldosis von 600 mg CBD bei einer simulierten öffentlichen Rede verabreicht. Hierbei konnte nach der Einnahme eine Reduktion der Angstsymptome festgestellt werden (7).
In weiteren Untersuchungen gaben Teilnehmer in Selbsteinschätzungen geringere Angstwerte an (8). Bildgebende Verfahren deuten zudem darauf hin, dass CBD möglicherweise die Aktivität der Amygdala beeinflussen könnte. Die Amygdala ist das Angstzentrum des Gehirns (4). Diese Ergebnisse sind jedoch vorläufig und bedürfen der Bestätigung durch größere, kontrollierte Langzeitstudien.
Wichtig:
CBD-Produkte sind in Deutschland keine klinisch zugelassenen Arzneimittel zur Behandlung von Angststörungen. Denn die meisten Studien zu CBD und Angst sind klein und von kurzer Dauer und großangelegte Langzeitstudien fehlen bisher. Bei klinisch relevanten Angstsymptomen ist eine ärztliche Abklärung vor Einnahme und Behandlung unerlässlich.
3. Schmerz und Entzündungen – präklinische Hinweise
CBD wird auch auf entzündungshemmende Eigenschaften untersucht. In präklinischen Studien an Tieren gab es Hinweise, dass CBD entzündungshemmend wirken könnte. Dabei scheint CBD die Ausschüttung von Zytokinen beeinflussen zu können, welche als Botenstoffe die Entzündungsreaktionen im Körper steuern können (9,10).
So wurde zu der Erkrankung Arthritis in tierexperimentellen Studien bei topischer Anwendung von CBD eine Reduktion von Gelenkschwellungen beobachtet. Klinische Studien am Menschen, die diese Ergebnisse bestätigen würden, stehen noch aus (9).
Wichtig:
CBD-haltige Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetika sind keine Arzneimittel und nicht zur Behandlung von Krankheiten zugelassen. Bei Schmerzen oder anderen Beschwerden sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen.
4. Schlafqualität – Forschung im frühen Stadium
Die Wirkung von CBD auf den Schlaf wird häufig in der wissenschaftlichen Literatur diskutiert. Bisherige Studien deuten auf folgende Annahmen hin:
- CBD könnte Einfluss auf das Endocannabinoid-System haben, das unter anderem an der Regulierung von Stressreaktionen und Schlaf-Wach-Rhythmen beteiligt ist (11,12).
- CBD wirkt nicht sedierend im klassischen Sinne eines Schlafmittels. Die Forschung untersucht vielmehr, ob und in welchem Umfang CBD begleitende Faktoren wie innere Unruhe beeinflussen kann, die das Einschlafen erschweren.
- Die Studienlage ist jedoch noch nicht abschließend, und die Ergebnisse variieren je nach Dosierung, Darreichungsform und individueller Voraussetzung.
Wichtig:
CBD ist in Deutschland, außer in ausdrücklich zugelassenen Arzneimitteln, nicht als Heilmittel anerkannt. Bei Schlafstörungen oder anderen gesundheitlichen Beschwerden empfehlen wir, ärztlichen Rat einzuholen.
5. CBD und Raucherentwöhnung
Die Rauchentwöhnung ist zwar keine medizinische Indikation, jedoch haben einige Studien untersucht, ob CBD einen Einfluss auf das Rauchverhalten haben könnte (13,14). Mit dem Ergebnis, dass die Teilnehmer der CBD-Gruppe während des Studienzeitraums weniger Zigaretten als die Placebo-Gruppe rauchten.
Die Ergebnisse sind allerdings nur vorläufig und reichen nicht für gesicherte Aussagen. Dafür wären größere Studien nötig, um diese Beobachtung zu überprüfen und zu bestätigen.
Nebenwirkungen & Wechselwirkungen

Auch wenn CBD oft als „Naturprodukt“ deklariert wird, ist es nicht gleichzeitig „frei von Nebenwirkungen“. CBD gilt laut WHO zwar als gut verträglich (15), aber der Körper kann dennoch reagieren, besonders bei hohen Dosen (16,17). In der folgende Tabelle stellen wir einige der Nebenwirkungen vor:
| Nebenwirkung | Beschreibung |
| Müdigkeit | Erhöhte Schläfrigkeit, besonders bei hohen Dosen. In Studien dokumentiert (16). |
| Trockener Mund | CBD kann die Speichelproduktion beeinflussen, was zu Mundtrockenheit führt. |
| Appetitveränderungen | Manche Nutzer berichten von mehr Hunger, andere von weniger. Die Wirkung ist individuell unterschiedlich. |
| Durchfall | Oft liegt dies nicht am CBD selbst, sondern am Trägeröl (z. B. MCT-Öl), wenn der Magen empfindlich reagiert. |
Ist CBD für den täglichen Gebrauch gedacht?
Viele Anwender nutzen CBD täglich als Teil ihrer Wellness-Routine. Die WHO-Übersichtsstudie (15) fand keine Hinweise darauf, dass eine langfristige Einnahme in moderaten Dosen schädlich ist. Langzeitstudien über mehrere Jahre liegen allerdings noch nicht in ausreichender Zahl vor.
Das Thema Wechselwirkungen
Neben den bereits erwähnten Nebenwirkungen gibt es auch Wechselwirkungen, die zwischen der Einnahme von CBD und anderen Medikamenten auftreten können. Denn CBD wird über das Cytochrom-P450-Enzymsystem in der Leber abgebaut. Hier werden auch über 60 % aller herkömmlichen Medikamente abgebaut. Das bedeutet: CBD kann den Abbau anderer Medikamente verlangsamen oder beschleunigen, was deren Blutspiegel verändern kann (18).
Besondere Vorsicht ist bei folgenden Medikamenten geboten:
- Blutverdünnern (z. B. Marcumar)
- Antiepileptika
- Betablockern
- Einigen Antidepressiva
Eine häufig genannte Faustregel: Wenn dein Medikament einen Warnhinweis bezüglich Grapefruit hat, ist die Wahrscheinlichkeit einer Wechselwirkung mit CBD erhöht (18). Weitere Details dazu findest du unter Wechselwirkungen Cannabis und Medikamente und allgemeine Infos zu Cannabis-Nebenwirkungen.
CBD-Produkte: Komplexe Rechtslage bleibt bestehen
Für CBD-Produkte (Cannabidiol) hat sich durch das Cannabisgesetz nicht viel geändert. Während nun der Besitz und Konsum von Cannabis mit THC ist für Erwachsene in begrenzten Mengen legal (bis 25 g in der Öffentlichkeit, 50 g zu Hause) erlaubt ist, bleibt die Rechtslage um CBD komplex und ist von mehreren Faktoren abhängig.
THC-Grenzwert und Herkunft
CBD-Produkte sind grundsätzlich legal, sofern sie einen THC-Gehalt von unter 0,3 % aufweisen und aus EU-zertifiziertem Nutzhanf stammen. Diese Anforderung gelten nach wie vor.
Jedoch sanken frühere Unsicherheiten bei Polizeikontrollen, weil CBD-Blüten wie THC-Cannabis aussehen, da nun der Besitzt für Erwachsene in begrenzten Mengen erlaubt ist.
Strenge Regeln für gewerblichen Handel
Im gewerblichen Handeln sieht die Rechtslage im Gegensatz ein bisschen komplizierter aus:
- CBD-Blüten dürfen nicht als Rauchwaren beworben oder mit Heilversprechen vermarktet werden.
- Die rechtliche Einordnung bleibt komplex, da sie je nach Verwendungszweck und Vermarktung variieren kann.
- Bei Polizeikontrollen kann die optische Ähnlichkeit zu THC-haltigem Cannabis weiterhin zu Nachfragen führen, auch wenn der Besitz kleiner Mengen grundsätzlich legal ist.
Besondere Vorsicht galt vor allem lange für Händler bei CBD-Blüten. Denn obwohl sie kaum THC enthalten, sind sie optisch nicht von THC-haltigem Cannabis zu unterscheiden. Vor der Cannabis-Teillegalisierung im April 2024 gab es wiederholt Razzien bei Händlern, da Behörden argumentierten, man könne aus großen Mengen CBD-Blüten theoretisch THC extrahieren oder sie als Ersatzprodukt für illegales Cannabis nutzen.
Novel-Food-Problematik bei oraler Einnahme
Ein zentrales rechtliches Problem betrifft CBD-Produkte, die zum Schlucken oder Essen bestimmt sind: CBD-Extrakte und -Isolate gelten in der EU als Novel Food (neuartige Lebensmittel), da sie vor 1997 nicht in nennenswertem Umfang für den menschlichen Verzehr verwendet wurden. Nach der EU-Novel-Food-Verordnung benötigen solche Produkte eine Zulassung, bevor sie als Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden dürfen.
Dadurch resultieren folgenden rechtliche Konsequenzen:
- CBD-Öle zum Schlucken, Kapseln, CBD-haltige Lebensmittel sind ohne Novel-Food-Zulassung rechtlich nicht als Lebensmittel zugelassen.
- Kosmetika zur äußerlichen Anwendung sind erlaubt, da sie nicht unter die Novel-Food-Verordnung fallen.
- Die Deklarierung als Aromaprodukte wird oft als rechtliche Umgehungsstrategie genutzt, um CBD-Öle dennoch verkaufen zu können.
Die Rechtsdurchsetzung von Novel Food ist in Deutschland und der EU uneinheitlich. Während einige Behörden streng gegen CBD-Lebensmittel ohne Novel-Food-Zulassung vorgehen, tolerieren andere den Verkauf in der Praxis.
Heilmittelwerbung und Kostenerstattung bei Medizinprodukten
CBD-Produkte dürfen nicht als Arzneimittel beworben werden, es sei denn, sie verfügen über eine entsprechende arzneimittelrechtliche Zulassung. Sobald Heilversprechen gemacht werden, kann das Produkt als zulassungspflichtiges Arzneimittel eingestuft werden.
Die Erstattung von CBD-Produkten durch die gesetzliche Krankenversicherung ist zudem nur bei zugelassenen Arzneimitteln möglich.
CBD-Produkte im Überblick
Die Wahl des richtigen Produkts hängt davon ab, wie schnell du eine Aufnahme erwartest und wie lange diese anhalten soll. Im Folgenden geben wir dir einen groben Überblick über die verschiedenen Produkte und mögliche Wirkungsspektren im Hinblick auf Dauer, Einnahme und Besonderheiten:
| Produktform | Wirkeintritt | Dauer | Besonderheit |
| CBD-Öl | 15–30 Min. | 4–6 Std. | Sublinguale Aufnahme (unter die Zunge). Hohe Bioverfügbarkeit. |
| Vapes/Liquids | 1–3 Min. | 1–3 Std. | Schneller Wirkeintritt. |
| Blüten | Sofort | 2–4 Std. | Naturbelassen, enthalten das volle Terpenprofil. |
| Topicals (Cremes) | Lokal | Variabel | Wirkt nur an der aufgetragenen Stelle. |
Woran erkennt man hochwertige CBD-Produkte?
Achte bei der Auswahl deiner CBD-Produkte auf folgende Aspekte:
- Analysezertifikate: Ein seriöser Hersteller veröffentlicht aktuelle Labortests von Drittanbietern.
- Extraktionsmethode: Die CO₂-Extraktion gilt hier als Goldstandard.
- Herkunft: Bio-Nutzhanf aus der EU ist meist schadstofffrei.
Fazit
CBD gehört zu den am intensivsten erforschten Pflanzenstoffen der letzten Jahre. Die wissenschaftliche Datenlage wächst stetig und erstreckt sich von der zugelassenen Epilepsie-Therapie mit Epidiolex (5,6) bis hin zu präklinischen Studien zu Themen wie Stressregulation, Entzündungsprozesse und Schlafphysiologie (11,12).
Gleichzeitig ist die Forschung in vielen Bereichen noch nicht abgeschlossen. Für die meisten Anwendungsgebiete, die im Alltag diskutiert werden, fehlen großangelegte klinische Studien, die eindeutige Aussagen erlauben würden. Was gesichert ist: Die WHO stuft CBD als gut verträglich ein (15), es besteht kein Abhängigkeitspotenzial, und schwere Nebenwirkungen sind bei moderater Dosierung selten (16).
Wer CBD ausprobieren möchte, sollte auf Qualität achten: unabhängige Laboranalysen, transparente Herkunftsangaben und eine CO₂-Extraktion sind gute Orientierungspunkte. Und wer unter konkreten gesundheitlichen Beschwerden leidet, sollte vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen – nicht zuletzt wegen möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten (18).
Die Forschung zu CBD entwickelt sich weiter. Wir begleiten die Studienlage und aktualisieren unsere Inhalte entsprechend.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Die Anwendung von Cannabisprodukten zu therapeutischen Zwecken sollte nur in Absprache mit qualifiziertem medizinischem Fachpersonal erfolgen. Es wird keine Haftung für Schäden oder Nebenwirkungen übernommen, die durch unsachgemäßen Gebrauch entstehen können. Weder werden Heil- oder Wirkversprechen gegeben, noch soll die Nutzung ohne ärztlichen Rat angeregt werden. Nutzer sind verpflichtet, die in ihrer Region geltenden gesetzlichen Bestimmungen zu beachten und eigenverantwortlich zu handeln.
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