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Cannabis & Herzinfarkt: Wie beeinflusst die Pflanze die Herzgesundheit?

Ein illustriertes menschliches Herz und eine weibliche Cannabispflanze in der Blüte

Wichtigste Erkenntnisse

9 Minuten Lesezeit
  • Mehrere Beobachtungsstudien zeigen eine Assoziation zwischen häufigem Cannabiskonsum und erhöhten Herzinfarkt- oder Koronarsyndrom-Raten, besonders bei jüngeren Menschen und bei bestehenden Herz-Kreislauf-Risikofaktoren. Die Studienlage ist aber nicht einheitlich.
  • Akut kann THC Puls, Blutdruck und den Sauerstoffbedarf des Herzens erhöhen. Beim Rauchen kommt zusätzlich Kohlenmonoxid hinzu, was die Sauerstoffversorgung weiter beeinträchtigen kann.
  • Für Menschen nach einem Herzinfarkt gibt es kein wissenschaftlich festgelegtes sicheres Warteintervall. Die medizinisch sauberste Empfehlung lautet daher: nicht eigenständig wieder anfangen, sondern ärztliche Beratung suchen.
  • Das Rauchen von Cannabis belastet das Herz-Kreislauf-System wahrscheinlich stärker als nicht-inhalative Formen. Vaporisation vermeidet Verbrennungsprodukte, hebt die akuten THC-Effekte auf Puls und Blutdruck aber nicht auf.
  • Die Forschung ist nicht abgeschlossen: Einzelne neuere Studien fanden in bestimmten älteren Hochrisikokollektiven keinen unabhängigen Anstieg harter Endpunkte. Das macht das Gesamtbild komplex.

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Cannabis und Herzgesundheit werden in der Wissenschaft zunehmend gemeinsam untersucht, besonders dann, wenn es um ernste Ereignisse wie einen Herzinfarkt geht. Dieser Artikel konzentriert sich bewusst auf das Herz, die Herzkranzgefäße und das Herz-Kreislauf-System und grenzt das Thema damit vom Schlaganfall ab.

Im Fokus stehen sowohl kurzfristige Effekte von THC als auch mögliche längerfristige Zusammenhänge, und vor allem die Frage, was das für Menschen bedeutet, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben. Gerade wenn zusätzliche Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht oder eine mögliche Wechselwirkung mit Medikamenten eine Rolle spielen, lohnt sich ein genauer Blick.

Besteht ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt durch Cannabiskonsum?

Mehrere Studien deuten auf eine Assoziation hin, speziell für bestimmte Personengruppen. Ob es sich dabei um einen direkten Kausalzusammenhang handelt, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Für manche Menschen, etwa bei häufigem Konsum, inhalativer Einnahme und bestehenden Herz-Kreislauf-Risiken, scheint das Risiko erhöht zu sein (1,2,3,4).

Häufig zitiert wird eine große US-Analyse mit mehr als 434.000 Erwachsenen, in der täglicher Cannabiskonsum mit statistisch erhöhten Chancen für Herzinfarkt und akutes Koronarsyndrom verbunden war, auch bei Menschen, die nie Tabak rauchten (2). Eine Meta-Analyse aus dem Fachjournal Heart bestätigte diesen Trend für das akute Koronarsyndrom, das oft den Herzinfarkt einschließt (4). Das ist deshalb relevant, weil ein Herzinfarkt in den meisten Fällen auf ein Problem in den Herzkranzgefäßen zurückgeht, und nicht bloß auf vorübergehendes Herzrasen.

Gleichzeitig zeigt sich in anderen Datensätzen ein weniger eindeutiges Bild. Eine sogenannte Mendelian-Randomization-Studie fand keinen Beleg für einen kausalen Effekt von genetisch abgebildeter Cannabisneigung auf koronare Herzkrankheit (5). Eine weitere Meta-Analyse beobachtender Studien fand für Herzinfarkt zwar ein relatives Risiko über 1, aber ohne statistische Signifikanz (3). Die Forschungslage ist also nicht so eindeutig, dass sich pauschale Aussagen in die eine oder andere Richtung rechtfertigen ließen. Was sich aber klar sagen lässt: Regelmäßiger Konsum, gerauchte Produkte und bereits belastete Gefäße sind eine Kombination, bei der mehr Vorsicht angebracht ist.

Wie beeinflusst Cannabiskonsum das Herz-Kreislauf-System?

Beim Cannabiskosnum können kurzfristig können Herzfrequenz, Blutdruck und Sauerstoffbedarf ansteigen, während die Sauerstoffversorgung gleichzeitig etwas sinken kann. Für Menschen mit verengten Herzkranzgefäßen ist genau diese Kombination ungünstig (1,6,7).

Akuter Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System

  • Nach einem wissenschaftlichen Statement der American Heart Association stimuliert THC den Sympathikus, hemmt den Parasympathikus, erhöht die Herzfrequenz und steigert den Sauerstoffbedarf des Herzmuskels.
  • Zusätzlich wird es mit Endotheldysfunktion, oxidativem Stress und Plättchenaktivierung in Verbindung gebracht (1).
  • Beim Rauchen kommen außerdem Verbrennungsprodukte hinzu, ähnlich wie bei Tabakrauch, sowie ein erhöhter Kohlenmonoxidspiegel, der die Sauerstoffbindung im Blut weiter beeinträchtigen kann.

Dass diese Effekte klinisch relevant sein können, zeigt eine Fallkontrollstudie bei Herzinfarktpatienten: In der ersten Stunde nach dem Konsum war das Herzinfarktrisiko deutlich erhöht (6). Eine kontrollierte Akutstudie mit 22 jungen, gesunden Konsumenten ergänzte das auf mechanistischer Ebene:

  • Sowohl gerauchtes als auch vaptes THC-dominantes Cannabis erhöhte Herzfrequenz und mittleren arteriellen Druck spürbar; auch arterielle Steifigkeit nahm zu und die diastolische Herzfunktion leicht ab.
  • CBD-dominante Inhalation zeigte diese unmittelbaren Effekte in dieser kleinen Studie hingegen nicht (7). Diese Ergebnisse reichen allerdings nicht aus, um CBD-Produkte für Herzpatienten generell als unbedenklich einzustufen.

Langzeitfolgen von Cannabiskonsum auf die Herzgesundheit

Bei langfristigen Auswirkungen ist die Datenlage uneinheitlicher. Einige Studien zeigen eine Assoziation zwischen häufigem Konsum und einem ungünstigeren kardiovaskulären Risikoprofil oder mehr koronarer Herzkrankheit. Ein Review in Nature Reviews Cardiology von 2025 fasst zusammen, dass Cannabinoide kardiovaskuläre Wirkungen haben können, die potenzielle Nutzen einschränken oder aufwiegen können (8).

Gleichzeitig ist Langzeit-Kausalität bisher nicht klar bewiesen. Viele Widersprüche in der Forschung dürften mit begleitendem Tabakkonsum, unterschiedlicher Produktstärke, Konsumfrequenz, Mischkonsum und schwieriger Expositionsmessung zusammenhängen (1,3,5). Für den Alltag ist deshalb weniger die abstrakte Frage entscheidend, ob Cannabis generell gut oder schlecht für das Herz ist – sondern eher: Wie oft, in welcher Dosis, in welcher Form, mit welchen Vorerkrankungen und welchen Medikamenten? Mit Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht als Vorgeschichte steigt das Gesamtrisiko für Herz-Kreislauf-Probleme ohnehin, was den Kontext für Cannabis-Entscheidungen entsprechend verändert.

Ist der Konsum von Cannabis nach einem Herzinfarkt gefährlich?

Nach einem Herzinfarkt ist Vorsicht grundsätzlich angebracht! Es gibt kein wissenschaftlich festgelegtes „sicheres“ Zeitfenster, ab dem THC nach einem Infarkt, Stent oder einer instabilen Angina wieder unproblematisch wäre. Eigenständig wieder anzufangen, ohne das ärztlich abzuklären, ist deshalb nicht empfehlenswert (1,9,10).

Der Grund liegt in der Physiologie: Nach einem Herzinfarkt ist das Herzgewebe verletzlicher, die Belastungssteuerung oft noch nicht stabil und die medikamentöse Einstellung sensibel. Da Cannabis den Sauerstoffbedarf des Herzmuskels erhöhen und die Sauerstoffversorgung senken kann, kann das bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit Angina-Beschwerden begünstigen.
Bereits ältere Belastungsstudien zeigten, dass Cannabis bei Menschen mit verengten Herzkranzgefäßen früher zu Brustschmerzen und Engegefühl (Angina pectoris) führen kann – weil das Herz unter Cannabis-Einfluss mehr Sauerstoff benötigt, als die verengten Gefäße liefern können (1,3,6)

Verschiedene Medikamente in Pillenform und medizinisches Cannabis als Blüte


Hinzu kommen mögliche Arzneimittelinteraktionen:

  • THC und CBD können verschiedene CYP-Enzyme beeinflussen, was die Wirkspiegel bestimmter Medikamente verändern kann (1).
  • Betroffen sein können unter anderem Gerinnungshemmer wie Clopidogrel oder Warfarin, Betablocker wie Metoprolol oder Carvedilol, bestimmte Antiarrhythmika, Calciumkanalblocker und einige Statine - Medikamente, die nach einem Herzinfarkt häufig zur Standardtherapie gehören.
  • Eine Wechselwirkung mit Medikamenten sollte deshalb immer Teil des Gesprächs mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin sein.

Zur Frage des Reinfarktrisikos ist die Evidenzlage gemischt:

  • Eine ältere Nachbeobachtung von Herzinfarktüberlebenden fand eine tendenziell höhere Sterberate bei Nutzern, der Zusammenhang war aber statistisch nicht signifikant (10).
  • Eine neuere Kohorte älterer Veteranen mit koronarer Herzkrankheit fand über durchschnittlich 3,3 Jahre ebenfalls keinen unabhängigen Anstieg von Herzinfarkt, Schlaganfall oder kardiovaskulärem Tod (9).
  • Das macht das Bild komplex, zeigt aber nicht, dass Cannabis in der sensiblen Phase nach einem Herzinfarkt bedenkenlos wäre.

Diese Studien betreffen eher langfristige Beobachtungen in bestimmten Gruppen und sagen wenig über die kritische frühe Erholungsphase aus.

Wie lange sollte mit dem Konsum nach einem Herzinfarkt warten?

Eine klare, evidenzbasierte Zahl in Tagen oder Wochen gibt es nicht. Was sich sagen lässt: Während der akuten Erholungsphase, bei noch instabilen Beschwerden, bei laufender Medikationseinstellung und in der frühen Reha sollte Cannabis nicht eigenständig wieder aufgenommen werden.

Wenn das Thema relevant ist, gehört es in die Sprechstunde, inklusive Medikamentencheck, Symptombewertung und Einschätzung von THC-Gehalt und Konsumform (1,9,11).

Spielt die Konsumform eine Rolle?

Ja, für das Herz-Kreislauf-System macht es einen Unterschied, ob Cannabis geraucht, vaporisiert oder oral eingenommen wird. Gleichzeitig ist keine Form für Menschen mit Herzproblemen automatisch unbedenklich (1,3,7,12).

Vaping vs. Rauchen von Cannabis: Herzbelastung im Vergleich

Hände halten einen dampfenden Cannabis Vaporisator bzw. einen Verdampfer



Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen, basierend auf dem AHA-Statement, einer systematischen Übersichtsarbeit zur Konsumform und einer kontrollierten Akutstudie (1,7,12):



AspektRauchenVapingOral
Zusätzliche BelastungVerbrennungsprodukte, Kohlenmonoxid, PartikelKeine Verbrennung; bei ungeprüften Liquids zusätzliche Risiken möglichKein Rauch, kein Kohlenmonoxid
Akuter Effekt auf Puls und BlutdruckJa, deutlich möglichJa, ähnlich wie beim Rauchen in kleiner AkutstudieMöglich, oft verzögert
Risiko der FehldosierungEher schneller bemerkbarBei Konzentraten relevantErhöht wegen verzögertem Wirkungseintritt
Einordnung nach HerzinfarktAm ungünstigstenWeniger Rauchbelastung, aber nicht herzneutralNur nach ärztlicher Rücksprache



Rauchen ist für das Herz wahrscheinlich die ungünstigste Konsumform, weil THC-Effekte mit Verbrennungsprodukten und Kohlenmonoxid zusammenkommen. Das Vaporisieren vermeidet zwar Rauch, aber in der kontrollierten Studie unterschieden sich die akuten Effekte auf Herzfrequenz und Blutdruck nicht wesentlich vom Rauchen (7).

Orale Produkte vermeiden die Rauchbelastung, haben aber einen deutlich langsameren Wirkungseintritt, was leichter zu ungewollter Überdosierung führt. Eine US-Auswertung aus Colorado zeigte, dass Edibles überproportional häufig mit akuten kardiovaskulären und psychiatrischen Notfallvorstellungen verbunden waren (12).

Kurz gesagt: Vaping ist nicht automatisch „herzschonend“, und orale Einnahme ist nicht automatisch „sicher“.

Muss ich mir als junger Mensch bei Herzrasen Sorgen machen?

Herzrasen nach Cannabis ist bei jungen, sonst gesunden Menschen meistens kein Herzinfarkt. Es sollte aber ernst genommen werden, wenn gleichzeitig Brustschmerz, Luftnot, Schwindel, Ohnmacht oder ein deutlich unregelmäßiger Herzschlag auftreten, dann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll (1,3,6).

THC kann den Puls kurzfristig spürbar beschleunigen. Das gilt besonders bei hohen Dosen, Konzentraten, Mischkonsum mit Nikotin oder Stimulanzien, Angstreaktionen, Dehydrierung und unbekannten Produkten. Die meisten Episoden von Herzrasen enden ohne ernste Folgen, aber wiederholte oder starke Beschwerden sollten nicht dauerhaft ignoriert werden. Bei familiärer Vorbelastung, bekannten Herzrhythmusstörungen, angeborenen Herzproblemen oder Brustschmerz unter Belastung ist die Hemmschwelle für eine Untersuchung sinnvollerweise niedrig (1,7,8)

Fazit

Die Forschung zu Cannabis und Herzgesundheit ist aktiv, aber noch nicht abgeschlossen. Was sich aus dem aktuellen Stand sagen lässt: THC beeinflusst das Herz-Kreislauf-System kurzfristig messbar; Puls, Blutdruck und Sauerstoffbedarf steigen, beim Rauchen kommt Kohlenmonoxid dazu. Mehrere Studien zeigen eine Assoziation zwischen häufigem Konsum und erhöhtem Herzinfarktrisiko, besonders bei Menschen mit bestehenden Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht. Gleichzeitig ist ein direkter Kausalzusammenhang wissenschaftlich noch nicht eindeutig bewiesen – das Bild ist differenzierter, als pauschale Aussagen in beide Richtungen vermuten lassen.

Für Menschen nach einem Herzinfarkt gilt besondere Vorsicht: Die sensible Erholungsphase, eine noch laufende Medikationseinstellung und mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten machen eine eigenständige Wiederaufnahme des Konsums ohne ärztliche Rücksprache zu einem Risiko. Weder Rauchen noch Vaping noch orale Einnahme sind in dieser Phase automatisch unbedenklich.

Wer gesund ist und gelegentlich konsumiert, hat ein anderes Ausgangsbild als jemand mit Vorerkrankungen oder nach einem Herzereignis. Je mehr Risikofaktoren zusammenkommen, desto wichtiger wird das offene Gespräch mit der behandelnden Praxis, nicht als Verbotsgespräch, sondern als informierte Entscheidungsgrundlage.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung; die Anwendung von Cannabis sollte nur nach ärztlicher Rücksprache und gemäß den geltenden gesetzlichen Bestimmungen erfolgen.

Quellen

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Profilbild

Als Doktorand der Verhaltensforschung und M.Sc. in Klinischer Psychologie betrachtet Ledion Musaj das Thema Cannabis konsequent aus wissenschaftlicher Perspektive. Sein Schwerpunkt liegt auf den psychologischen und medizinischen Auswirkungen, wobei ihn besonders interessiert, wie der Konsum menschliche Verhaltensmuster und die psychische Gesundheit beeinflusst. Er verfolgt die internationale Studienlage lückenlos, um aktuelle wissenschaftliche Trends und klinische Erkenntnisse objektiv einzuordnen. Ledion geht es vor allem darum, die oft emotional geführte Debatte durch Fakten zu versachlichen und die neuesten Entwicklungen der Verhaltenswissenschaft für ein breiteres Publikum greifbar zu machen.

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FAQ

Welche Verbindung gibt es zwischen Cannabis und Herzinfarkt?

Cannabis ist kein eindeutig belegter direkter Auslöser von Herzinfarkten. Häufiger Konsum, besonders inhalativ und THC-reich, ist in mehreren Studien mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt oder akutes Koronarsyndrom assoziiert, vor allem bei Menschen mit bestehenden Herz-Kreislauf-Risiken. Die genaue Kausalfrage ist wissenschaftlich aber noch offen.

Steigt das Risiko für einen Reinfarkt durch Cannabiskonsum?

Ein exakt bezifferbares Reinfarktrisiko ist nicht gut untersucht. Die bekannten Mechanismen, erhöhter Puls, höherer Sauerstoffbedarf, mögliche Angina-Auslösung und Arzneimittelwechselwirkungen, rechtfertigen jedoch besondere ärztliche Überwachung in der Zeit nach einem Infarkt.

Erhöht Cannabiskonsum die Thrombozytenaggregation nach einem Myokardinfarkt?

Es gibt biologische Hinweise auf eine THC-bedingte Plättchenaktivierung aus Laborstudien an menschlichen Thrombozyten. Belastbare klinische Daten speziell für die Phase nach einem Myokardinfarkt sind bisher dünn. Es handelt sich derzeit eher um ein plausibles Risikosignal als um eine im Alltag klar bewiesene Folge.

Wie lange sollte man nach einem Herzinfarkt mit dem Cannabiskonsum warten?

Eine wissenschaftlich abgesicherte Zahl von Tagen oder Wochen gibt es nicht. Nach Herzinfarkt, Stent oder instabiler Angina ist eine eigenständige Wiederaufnahme des Konsums nicht empfehlenswert. Wenn das Thema relevant ist, sollte es ärztlich besprochen werden, inklusive Prüfung der Medikation, aktuellen Beschwerden und Konsumform.

Beeinträchtigt Cannabis die Teilnahme an einer kardiologischen Rehabilitation?

Das ist möglich. Erhöhter Puls, Blutdruckschwankungen, Schwindel, Angst oder Brustbeschwerden können Training, Belastungssteuerung und die Interpretation von Symptomen erschweren, hinzu kommen potenzielle Arzneimittelinteraktionen.

Ist Vaping nach einem Herzinfarkt sicherer als Rauchen?

Wenn man die Rauch- und Kohlenmonoxidbelastung betrachtet, ist Vaping wahrscheinlich weniger belastend als Rauchen. Für die akuten THC-Effekte auf Herzfrequenz und Blutdruck zeigte eine kleine kontrollierte Studie aber keinen klaren Vorteil gegenüber dem Rauchen.