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Citronellol in Cannabis: Aroma, Wirkung, Evidenz

Ein klarer Tropfen auf einem grünen Blatt neben einer rosafarbenen Blüte; das warme Gegenlicht betont die natürliche, blumige Anmutung von Citronellol.

Wichtigste Erkenntnisse

6 Minuten Lesezeit
  • Citronellol ist ein kleines, blumig-rosig riechendes Terpen, das in Cannabis nur eine Nebenrolle spielt; die dominanten Terpene sind Myrcen, Pinen, Limonen, Terpinolen, Caryophyllen und Humulen.
  • Chemisch ist Citronellol eng mit Geraniol verwandt: Es ist im Grunde eine Geraniol-Version mit einer Doppelbindung weniger, was den Geruch weicher und schwerer macht.
  • Für eine eigenständige beruhigende Wirkung von Citronellol speziell im Cannabis-Kontext gibt es derzeit keine überzeugenden Daten am Menschen.
  • Eine Laborstudie zeigt, dass Citronellol das Wachstum des Hefepilzes Candida albicans in der Zellkultur hemmen kann, ein interessanter, aber rein präklinischer Befund ohne unmittelbare medizinische Aussagekraft.
  • Citronellol gehört seit über 20 Jahren zu den EU-weit deklarationspflichtigen Duftstoffallergenen, relevant vor allem für konzentrierte Kosmetik und Reinigungsmittel, nicht automatisch für Spurenmengen in Cannabisblüten.

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Citronellol ist eines der unauffälligeren Terpene in Cannabis, aber ihm wird online oft mehr Wirkung zugeschrieben, als die Forschung bisher stützt. Bevor Du einer bestimmten Sorte wegen ihres angeblichen Citronellol-Gehalts eine Wirkung zuschreibst, lohnt sich ein Blick auf die Grundlagen des Endocannabinoid-Systems: Wirkungen von Cannabis entstehen fast nie durch eine einzelne Substanz, sondern durch das Zusammenspiel vieler Verbindungen.

Was ist Citronellol überhaupt?

Citronellol ist ein kleines, blumig-rosig riechendes Molekül aus der Gruppe der Monoterpenoid-Alkohole mit der Summenformel C₁₀H₂₀O (1). „Monoterpenoid" bedeutet, dass das Molekül aus zwei Grundbausteinen des Terpen-Baukastens besteht; „Alkohol" heißt hier, dass es eine bestimmte Sauerstoff-Wasserstoff-Gruppe trägt, die für Geruch, Aroma, Löslichkeit und chemische Reaktionsfreudigkeit mitverantwortlich ist.

Seinen Namen verdankt Citronellol dem Zitronengras (Cymbopogon-Arten), aus dessen ätherischem Öl es erstmals isoliert wurde. Heute weiß man, dass es in Spurenmengen in mehr als 70 verschiedenen Pflanzenölen vorkommt, von Rosenöl und Geranienöl bis zu manchen Eukalyptus- und Ingwersorten (1). Besonders deutlich zeigt sich das bei zwei Beispielen: Bei der Lippenrose Eucalyptus citriodora macht Citronellol laborchemisch rund 10 Prozent des ätherischen Öls aus (2), und auch bei der sogenannten Zitronen-Katzenminze, einer aromatischen Varietät von Nepeta cataria, wurde ein nennenswerter Citronellol-Anteil nachgewiesen (3). In der klassischen Cannabis-Pflanze ist Citronellol dagegen nicht primär beheimatet.

Zarte rosafarbene Blütenblätter, ein kleiner Blütenzweig und dunkelgrüne Blätter liegen auf einer hellen Oberfläche; einzelne Wassertropfen verweisen auf das blumig-frische Duftprofil von Citronellol.


Genau das übersehen viele Sorten-Ratgeber im Netz. In der breiten Cannabis-Terpenforschung zählen Myrcen, Pinen, Limonen, Terpinolen, Caryophyllen und Humulen zu den dominanten Verbindungen, die den Großteil vieler Blüten- und Extraktprofile ausmachen (4). Citronellol taucht in diesen breiten Übersichten nicht als Hauptkomponente auf. Das schließt sortenspezifisch etwas höhere Werte nicht aus, bedeutet aber: Ohne aktuelle Laboranalyse solltest Du Listen von „Citronellol-Sorten" mit Vorsicht lesen, denn Analysen an kommerziellem Cannabis zeigen, dass Sortennamen chemisch oft nicht das halten, was sie versprechen (5).

Welche chemischen Eigenschaften hat Citronellol?

Citronellol ist bei Raumtemperatur eine farblose bis leicht gelbliche Flüssigkeit mit einer Dichte von rund 0,85 Gramm pro Milliliter (1). Es siedet im Vakuum (die Verdampfung in einem Vaporisator ist etwas anderes) bei etwa 224 °C und ist, wie die meisten Terpene, nur schlecht wasserlöslich, dafür gut löslich in Alkohol und Ölen. Das ist einer der Gründe, warum Terpene in Cannabisextrakten eher öl- oder alkoholbasiert konzentriert werden als in wässrigen Zubereitungen.

Kommerziell verwendetes Citronellol stammt heute zu einem großen Teil nicht aus Rosen- oder Geranienöl, sondern aus industrieller Herstellung: es wird halbsynthetisch durch die Hydrierung von Geraniol oder Nerol hergestellt, zwei chemisch nahen Verwandten. Die Substanz gilt als sogenannter Flavoring Agent und ist in vielen Ländern als Lebensmittelzusatzstoff für Aromen zugelassen (1). Ihre Hauptverwendung findet Citronellol jedoch als Duftstoff, in Parfums, Duftwässern, Aftershaves, Seifen, Shampoos, Waschmitteln und anderen Reinigungsmitteln, wo es blumig-frische Noten liefert.

Citronellol ist chemisch gut charakterisiert und ein wirtschaftlich bedeutender Duftstoff. Für die Cannabis-Wirkung ist diese breite kommerzielle Verwendung aber kein Beleg; sie zeigt nur, wie verbreitet die Substanz in Alltagsprodukten ist, nicht, was sie in der Cannabisblüte bewirkt.

Wie riecht und schmeckt Citronellol?

Drei kleine Glasfläschchen mit klarer Flüssigkeit liegen aus der Vogelperspektive neben einem rosafarbenen Blütenblatt, einem grünen Blatt und einer Zitronenschale auf hellem Stein.


Citronellol riecht weich und rosig-blumig mit einer leicht grünen, zitrusartigen Facette, ein Geruchsbild, das in der Parfümerie oft als „Rose ohne Schärfe" beschrieben wird. Geschmacklich trägt es blumige, süße und leicht fruchtig-zitrische Nuancen bei, weshalb es auch in Aromen für Getränke und Süßwaren eingesetzt wird. In Cannabisblüten trägt Citronellol, wenn überhaupt vorhanden, eher zu einer feinen blumigen Unternote bei, als den Gesamtgeruch zu dominieren.

Citronellol im Vergleich: Geraniol und Limonen

Citronellol lässt sich am besten im Vergleich zu zwei chemisch verwandten Aromastoffen einordnen.

  • Geraniol gehört zur selben Familie blumiger Monoterpenoid-Alkohole, hat aber eine Doppelbindung mehr; Citronellol ist chemisch praktisch ein „hydriertes" Geraniol, dem eine dieser Doppelbindungen fehlt. Das macht den Geruch von Citronellol weicher und schwerer, während Geraniol schärfer und klassischer nach Rose-Zitrus riecht. Auch die Siedepunkte im Vakuum liegen nah beieinander: rund 224 °C bei Citronellol, rund 229–230 °C bei Geraniol (1).
  • Limonen, das Terpen, welches stark das Aroma von Zitronen prägt, gehört dagegen einer völlig anderen chemischen Klasse an: einem zyklischen Monoterpen-Kohlenwasserstoff ohne Alkoholgruppe, mit deutlich hellerer Zitrusnote und einem viel niedrigeren Siedepunkt von etwa 176 °C. Limonen verflüchtigt sich schneller und wird oft als „helle" Kopfnote wahrgenommen, während Citronellol eher zur schweren, basisnahen Duftschicht zählt. Limonen ist außerdem eines der in kommerziellem Cannabis am häufigsten gemessenen Terpene überhaupt, anders als Citronellol (5).
TerpenChemischer TypGeruchSiedepunktRolle in Cannabis
CitronellolAzyklischer Monoterpenoid-AlkoholBlumig, rosig, weich, wächsigca. 224 °CNebenterpen, selten dominant
GeraniolAzyklischer Monoterpenoid-Alkohol (eine Doppelbindung mehr)Blumig, schärfer, rose-zitrusartigca. 229–230 °CNebenterpen, gelegentlich mit Citronellol vergesellschaftet
LimonenZyklischer Monoterpen-KohlenwasserstoffHell, zitrusartigca. 176 °CHäufig eines der dominanten Terpene


Wichtig für das Gesamtbild: Das Aroma einer Cannabissorte entsteht nie durch eine einzelne Substanz. Wenn eine Cannabisblüte blumig riecht, ist Citronellol vielleicht ein Baustein davon, aber selten der einzige: Geraniol, Linalool und zahlreiche Nicht-Terpen-Duftinhaltsstoffe tragen ebenfalls dazu bei (4).

Infografik zu Citronellol in Cannabis: Citronellol ist ein selten dominantes Monoterpenoid-Alkohol mit rosig-blumigem Duft. Geraniol besitzt eine Doppelbindung mehr, Limonen ist ein zyklisches Monoterpen. Für spezifische Wirkungen beim Menschen fehlen überzeugende Studien; ein antimykotischer Befund gegen Candida albicans stammt nur aus Zellkultur.

Gibt es Cannabis-Sorten mit besonders viel Citronellol?

Das lässt sich ohne aktuelle Laboranalyse kaum seriös beantworten. Online kursieren zwar Listen mit angeblichen „Citronellol-Sorten", doch eine großangelegte Analyse von Zehntausenden kommerziellen Cannabisproben in den USA zeigt, dass die auf Etiketten angegebenen Sortennamen chemisch oft nicht zuverlässig mit dem tatsächlich gemessenen Terpenprofil übereinstimmen (5). Anders formuliert: Zwei Blüten mit demselben Sortennamen können ein völlig unterschiedliches Terpenprofil haben, je nach Anbau, Erntezeitpunkt und genetischer Linie.

Wer sich für das eigene Terpenprofil interessiert, findet verlässlichere Anhaltspunkte im Analysezertifikat (COA) eines Produkts als in Sortennamen allein.

Wirkt Citronellol im Cannabis beruhigend? Was die Evidenz zeigt

Für eine eigenständige beruhigende oder stimmungsregulierende Wirkung von Citronellol speziell im Cannabis-Kontext gibt es aktuell keine überzeugenden Daten am Menschen. Die sogenannte Entourage-Effekt, die Annahme, dass Terpene und Cannabinoide gemeinsam eine Wirkung entfalten, die über die Summe ihrer Einzelteile hinausgeht, ist eine plausible Hypothese, doch Übersichtsarbeiten betonen durchgängig, dass die Belege dafür gemischt und größtenteils präklinisch sind, also bislang vor allem aus Labor- oder Tierversuchen stammen (4).

Ein oft zitiertes Beispiel zeigt gut, wie leicht hier Verwechslungen entstehen. Eine kleine Pilotstudie an fünf gesunden Personen fand nach dem Einatmen eines cannabinoidfreien Hanf-ätherischen Öls Hinweise auf entspannungsbezogene Veränderungen in Hirnwellenaktivität und Stimmung (6). Das wird in der Cannabis-Community gelegentlich als Beleg für „beruhigende Terpene" angeführt, nur bestanden die Hauptbestandteile des verwendeten Öls aus Myrcen und β-Caryophyllen, nicht aus Citronellol. Bei nur fünf Teilnehmenden lässt sich daraus ohnehin keine verlässliche, verbindungsspezifische Aussage ableiten (6).

Citronellol gegen Pilzinfektionen? Was die Sharma-Studie wirklich zeigt

Eine Laborstudie zeigt, dass Citronellol das Wachstum des Hefepilzes Candida albicans in der Zellkultur hemmen kann, das ist aber etwas anderes als ein Nachweis gegen Pilzinfektionen beim Menschen. In der Studie hemmte Citronellol den Übergang der Pilzzellen von der Hefe- in die fadenförmige Wachstumsform, verringerte die Bildung eines schützenden Zellverbunds (Biofilm) und beeinflusste Gene, die mit der äußeren Zellhülle des Pilzes zusammenhängen (7).

Wichtig ist die Einordnung: Das ist präklinische Forschung, durchgeführt an isolierten Pilzzellen in der Petrischale (in vitro), nicht an Menschen oder auch nur an Tieren. Präklinische Befunde können auf einen möglichen Wirkmechanismus hindeuten, sagen aber nichts über Dosierung, Sicherheit oder Wirksamkeit bei einer tatsächlichen Pilzinfektion aus. Aus dieser Studie lässt sich keine Empfehlung ableiten, citronellolhaltiges Cannabis gegen Pilzinfektionen einzusetzen.

Petrischale mit feinen Partikeln auf einer dunklen Laborarbeitsfläche, dahinter unscharf ein Mikroskop und ein Tropffläschchen – symbolisch für präklinische Forschung zu Citronellol.

Ist Citronellol in Cannabis ein Allergierisiko?

Citronellol zählt seit über 20 Jahren zu den EU-weit deklarationspflichtigen Duftstoffallergenen in Kosmetika, und die Liste wurde 2023 noch einmal deutlich erweitert.

  • Citronellol gehörte bereits zu den ursprünglichen 26 Duftstoffen, die seit 2003 in Kosmetikprodukten ab bestimmten Konzentrationen einzeln auf dem Etikett stehen müssen; 2023 kamen per EU-Verordnung 56 weitere Duftstoffallergene hinzu, sodass heute insgesamt mehr als 80 Substanzen deklarationspflichtig sind (8).
  • Betroffen sind nicht nur Parfums, sondern auch Seifen, Shampoos, Waschmittel, Reinigungsmittel und andere Produkte mit Duftstoffen.
  • Kontaktallergien gegen solche Duftinhaltsstoffe entwickeln sich meist über wiederholten Hautkontakt: Das Immunsystem reagiert zunehmend empfindlicher, bis schon geringe Mengen ein allergisches Kontaktekzem auslösen können.
  • Das sogenannte Sensibilisierungspotenzial von Citronellol wird zusätzlich dadurch erhöht, dass die Substanz an Luft und Licht langsam oxidieren kann, die dabei entstehenden Abbauprodukte gelten teils als noch reaktionsfreudigere Kontaktallergene als die Ausgangssubstanz selbst.

Für Cannabis bedeutet das: Das Allergierisiko ist am besten belegt für konzentrierte dermale Anwendungen, also Parfums, Kosmetik oder stark konzentrierte ätherische Öle, etwa in CBD-Hautpflegeprodukten.
Für das Einatmen der vermutlich sehr geringen Citronellol-Spurenmengen in normaler Cannabisblüte gibt es keine spezifischen Studien, die entweder ein relevantes Risiko oder eine sichere Unbedenklichkeit belegen.


Die ehrliche Einordnung lautet deshalb:

Wer eine bekannte Duftstoffallergie hat, sollte bei stark konzentrierten ätherischen Ölen oder Extrakten vorsichtig sein, ein Grund zur Sorge bei gewöhnlicher Blüte lässt sich aus den vorliegenden Daten jedoch nicht ableiten.



ThemaAktueller KurzbefundEvidenzniveau
Aroma und ChemieGut charakterisiert: blumig-rosiges Monoterpenoid, verwandt mit GeraniolHoch (Grundlagenchemie) (1)
Vorkommen im Cannabis-AromaPlausibel als Nebenkomponente, aber nicht als dominantes Terpen belegtNiedrig bis moderat (4,5)
Antimykotische WirkungWachstumshemmung bei Candida albicans in der Zellkultur gezeigtPräklinisch (in vitro) (7)
Entspannungswirkung im Cannabis-KontextKeine citronellolspezifischen Humandaten; verwandte Studie betraf andere TerpeneNicht belegt (6)
AllergierisikoAnerkannter Duftstoffallergen in konzentrierter kosmetischer AnwendungBelegt für Kosmetik, unklar für Cannabisblüte (8)

Fazit

Citronellol ist wahrscheinlich kein Terpen, das die Wirkung von Cannabis maßgeblich bestimmt. In Cannabis kommt es nach aktuellem Forschungsstand meist nur in geringen Mengen vor und trägt eher als feine blumig-rosige Nuance zum Aroma bei. Für das typische Terpenprofil einer Blüte sind Verbindungen wie Myrcen, Limonen, Pinen, Terpinolen oder β-Caryophyllen in der Regel deutlich relevanter.

Auch mögliche gesundheitliche Wirkungen sollten auf Basis bisheriger vorläufiger Studien nicht überinterpretiert werden. Es gibt derzeit keine überzeugenden Humanstudien, die Citronellol im Cannabis-Kontext eine eigenständige beruhigende, angstlösende oder stimmungsaufhellende Wirkung zuschreiben. Die häufig genannten antimykotischen Eigenschaften beruhen bislang auf Laborversuchen mit isolierten Pilzzellen und lassen sich nicht auf die Behandlung von Infektionen beim Menschen übertragen.

Am besten lässt sich Citronellol deshalb als aromatischer Nebenbestandteil einordnen: chemisch gut erforscht, für Parfümerie und Kosmetik bedeutsam, in Cannabis jedoch nur von begrenzter praktischer Relevanz. Bei gewöhnlichen Spurenmengen in Cannabis gibt es keinen konkreten Hinweis auf ein besonderes Gesundheitsrisiko. Vorsicht ist vor allem bei hochkonzentrierten ätherischen Ölen, Duftstoffen oder topischen Produkten geboten, da Citronellol als Kontaktallergen bekannt ist. Für die Bewertung von Cannabis gilt daher: interessant für das Aroma, wissenschaftlich spannend – aber kein Wirkstoff, dem derzeit eine zentrale medizinische oder psychoaktive Bedeutung zugeschrieben werden kann.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Die Anwendung von Cannabisprodukten zu therapeutischen Zwecken sollte nur in Absprache mit qualifiziertem medizinischem Fachpersonal erfolgen. Es wird keine Haftung für Schäden oder Nebenwirkungen übernommen, die durch unsachgemäßen Gebrauch entstehen können. Weder werden Heil- oder Wirkversprechen gegeben, noch soll die Nutzung ohne ärztlichen Rat angeregt werden. Nutzer sind verpflichtet, die in ihrer Region geltenden gesetzlichen Bestimmungen zu beachten und eigenverantwortlich zu handeln.

FAQ

Ist Citronellol ein Cannabinoid?

Nein. Citronellol ist ein Terpen, ein Aromastoff, und kein Cannabinoid wie THC oder CBD. Terpene und Cannabinoide werden in unterschiedlichen Stoffwechselwegen der Pflanze produziert und unterscheiden sich chemisch grundlegend.

Macht Citronellol high oder wirkt es psychoaktiv?

Nein, Citronellol ist nicht psychotrop und löst keinen bewusstseinsverändernden Zustand aus. Es kann allenfalls über das Aroma und mögliche Mixtureffekte einen indirekten Beitrag zum Gesamterlebnis leisten.

Welche Cannabis-Sorten enthalten viel Citronellol?

Welche Cannabis-Sorten viel Citronellol enthalten, lässt sich ohne aktuelle Laboranalyse kaum seriös beantworten. Studien zeigen, dass Sortennamen und Herkunftsangaben oft nicht zuverlässig mit der tatsächlich gemessenen Terpenzusammensetzung übereinstimmen, ein Analysezertifikat ist die verlässlichere Quelle.

Was unterscheidet Citronellol von Geraniol?

Beide sind blumige Monoterpenoid-Alkohole, aber Geraniol hat eine Doppelbindung mehr und riecht dadurch schärfer und klassischer nach Rose. Citronellol ist chemisch gesehen eine teilhydrierte, weichere Variante von Geraniol.

Kann Citronellol Pilzinfektionen behandeln?

Citronellol kann nicht auf Basis der aktuellen Datenlage Pilzinfektionen behandeln. Eine Laborstudie zeigt eine hemmende Wirkung auf einen Hefepilz in der Zellkultur, aber das ist ein präklinischer, mechanistischer Befund und keine belegte Behandlungsoption für Menschen.

Ist Citronellol in Cannabis eine Allergiegefahr?

Citronellol ist ein anerkannter Duftstoffallergen in konzentrierter Form, etwa in Kosmetik, Seifen und Waschmitteln. Für Spurenmengen in Cannabisblüte fehlen spezifische Studien; bei bekannter Duftstoffallergie ist bei stark konzentrierten Extrakten oder Ölen Vorsicht sinnvoll.

Warum riechen manche Cannabis-Sorten blumig-rosig?

Meist durch ein Zusammenspiel mehrerer Terpene, zu denen Citronellol beitragen kann, aber selten allein verantwortlich ist. Geraniol, Linalool und andere Duftinhaltsstoffe prägen das Gesamtbild mit.

Quellen

  1. National Toxicology Program, National Institutes of Health (o. J.): Summary of Data for Chemical Selection - Citronellol, CAS No. 106-22-9. Online verfügbar unter: https://ntp.niehs.nih.gov/sites/default/files/ntp/htdocs/chem_background/exsumpdf/citronellol_508.pdf
  2. Tolba, Hadjer; Moghrani, Houria; Benelmouffok, Amina; Kellou, Djilali; Maachi, Rachida (2015): Essential oil of Algerian Eucalyptus citriodora: Chemical composition, antifungal activity. Journal de Mycologie Médicale 25, S. e128–e133. DOI: 10.1016/j.mycmed.2015.10.009
  3. Gomes, Erik Nunes; Caputi, Christopher; Patel, Harna K.; Zorde, Martin; Vasilatis, Ariane; Wu, Qingli; Wang, Changlu; Wyenandt, Christian A.; Simon, James E. (2024): Chemical variability and insect repellent effects of lemon catnip essential oil and related phytochemicals against Cimex lectularius L. Journal of Natural Pesticide Research 8, Artikel 100074. DOI: 10.1016/j.napere.2024.100074
  4. Booth, J. K., & Bohlmann, J. (2019). Terpenes in Cannabis sativa–From plant genome to humans. Plant Science, 284, 67-72. https://doi.org/10.1016/j.plantsci.2019.03.022
  5. Smith, Christiana J.; Vergara, Daniela; Keegan, Brian; Jikomes, Nick (2022): The phytochemical diversity of commercial Cannabis in the United States. PLOS ONE 17 (5), e0267498. DOI: 10.1371/journal.pone.0267498
  6. Gulluni, N., Re, T., Loiacono, I., Lanzo, G., Gori, L., Macchi, C., Epifani, F., Bragazzi, N., & Firenzuoli, F. (2018). Cannabis Essential Oil: A Preliminary Study for the Evaluation of the Brain Effects. Evidence-based complementary and alternative medicine : eCAM, 2018, 1709182. https://doi.org/10.1155/2018/1709182
  7. Sharma, Yamini; Rastogi, Sumit Kumar; Perwez, Ahmad; Rizvi, Moshahid Alam; Manzoor, Nikhat (2020): β-citronellol alters cell surface properties of Candida albicans to influence pathogenicity related traits. Medical Mycology 58 (1), S. 93–106. DOI: 10.1093/mmy/myz009
  8. Europäische Kommission (2023): Durchführungsverordnung (EU) 2023/1545 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 hinsichtlich der Kennzeichnung von Duftstoffallergenen in kosmetischen Mitteln. Online verfügbar unter: https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2023/1545/oj/eng

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Profilbild

Als Doktorand der Verhaltensforschung und M.Sc. in Klinischer Psychologie betrachtet Ledion Musaj das Thema Cannabis konsequent aus wissenschaftlicher Perspektive. Sein Schwerpunkt liegt auf den psychologischen und medizinischen Auswirkungen, wobei ihn besonders interessiert, wie der Konsum menschliche Verhaltensmuster und die psychische Gesundheit beeinflusst. Er verfolgt die internationale Studienlage lückenlos, um aktuelle wissenschaftliche Trends und klinische Erkenntnisse objektiv einzuordnen. Ledion geht es vor allem darum, die oft emotional geführte Debatte durch Fakten zu versachlichen und die neuesten Entwicklungen der Verhaltenswissenschaft für ein breiteres Publikum greifbar zu machen.