Wie wird Cannabis konsumiert? Die Konsumformen vorgestellt

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Wichtigste Erkenntnisse

  • Cannabis kann inhalativ, oral, sublingual oder topisch angewendet werden.
  • Jede Konsumform hat ihre eigenen Vor- und Nachteile.
  • Schlussendlich solltest du von deinem Arzt beraten lassen und mit ihm deine Möglichkeiten besprechen.

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Cannabis wird seit Tausenden Jahren von Menschen konsumiert - sei es für den medizinischen oder freizeitlichen Gebrauch. Über die Jahrtausende hat man zahlreiche Anwendungs- und Konsumformen entdeckt. Jede Konsumform bringt dabei ihre eigenen Vor- und Nachteile mit sich. Wir schauen uns daher an, wie Cannabis konsumiert wird und welche Vorzüge die einzelnen Methoden haben.

Wichtige Unterscheidung: Rezepturarzneimittel und Fertigarzneimittel

Zu aller Anfang ist die Begriffsunterscheidung zwischen Rezeptur- und Fertigarzneimitteln wichtig. Fertigarzneimittel sind solche, die von pharmazeutischen Unternehmen im Voraus hergestellt und über Apotheken vertrieben werden. Rezepturarzneimittel sind solche, die der Apotheker in der Offizin selbst herstellen kann. Bei der Herstellung können auch bestimmte Faktoren wie der THC oder CBD Gehalt eine Rolle spielen.

Medizinisches Cannabis wird oftmals als Rezepturarzneimittel verabreicht, etwa indem lose Blüten erworben werden. Fertigarzneimittel tragen Namen wie Epidyolex oder Sativex und werden in der Regel für spezifische Indikationen verschrieben. Oftmals liegen cannabinoidhaltige Fertigarzneimittel in der Form von Sprays vor.

Diese Unterscheidung wollten wir nur klären, um Verwirrungen zu vermeiden. Prinzipiell kann es natürlich inhalative bzw. oral angewandte Fertig- sowie Rezepturarzneimittel geben.

Cannabis konsumieren: Die Konsumformen im Vergleich

Grundsätzlich unterscheidet man in Bezug zu Cannabiskonsum folgende Konsumformen:

  • inhalativ (über die Lunge)
  • oral (über den Verdauungstrakt)
  • sublingual (über die Mundschleimhäute)
  • topisch (auf der Haut)

Die inhalative Anwendung wird prinzipiell für einen schnellen Wirkeintritt bevorzugt, wenn akut Linderung nötig ist. Problematisch sind allerdings Irritationen der Atemwege, welche sich negativ auf die Gesundheit auswirken (können). Auch kann die zusätzliche Verwendung von Tabak mit einem erhöhten gesundheitlichen Risiko verbunden sein.

Bei der oralen Einnahme von Produkten aus der Cannabispflanze erfolgt die Verstoffwechselung über den Verdauungstrakt. Dies ermöglicht ein langanhaltendes und relativ konstantes Wirkungslevel. Allerdings kann es bis zu zwei Stunden dauern, bis oral eingenommene Präparate zu wirken beginnen.

Wird das Cannabisprodukt sublingual angewendet, kann dies zu einem schnelleren Wirkeintritt als bei einer oralen Einnahme führen. Verbreitet ist diese Anwendungsform allerdings eher bei Fertigarzneimitteln. Daher wird dir der Arzt oder Apotheker nochmal exakt die Anwendung erklären wird.

Die topische Anwendung findet fast ausschließlich aufgrund äußerer Leiden statt. Es gibt etwa gewisse Hautkosmetika mit Hanf bzw. Hanfextrakten, welche gegen Ekzeme und sonstige Hautirritationen empfohlen werden. Wie es hier mit der Wirksamkeit aussieht, ist unklar.

Das war nur ein kurzer und knapper Überblick über die hauptsächlichen Vor- und Nachteile der einzelnen Konsumformen. Wir betrachten sie im Detail.

Marihuana inhalieren: Verdampfen statt Rauchen

Die inhalative Anwendung empfinden viele als die klassische Variante, Cannabis zu konsumieren. Beim Dampfen von Cannabis erfolgt der Wirkeintritt unverzüglich, maximal mit wenigen Minuten Verzögerung. Die Dosierung lässt sich ebenfalls relativ präzise einstellen, wobei andere Formen wie Kapseln noch besser dosierbar sind.

Das Inhalieren wird allerdings nicht unbedingt empfohlen, da Atemwegsirritationen auf lange Sicht für Probleme sorgen können. Das Rauchen von Cannabis, etwa in der Form von Joints, wird daher unter medizinischen Gesichtspunkten keineswegs empfohlen. Stattdessen solle man lieber zu Vaporizern greifen. Diese erhitzen das Blütenmaterial (oder das Haschisch) auf Temperaturen um die 200 °C. Dadurch können die Harze, welche die Wirkstoffe im Cannabis enthalten, verdampfen und inhaliert werden.

Im Vergleich zum Rauchen herkömmlicher Joints sinkt die Belastung für die Lunge erheblich. Zudem werden kaum krebserregende Stoffe gebildet, da keine Verbrennung mit über 800 °C stattfindet.

Wenn eine Kostenübernahme seitens der Krankenkasse stattfindet, wird in einigen Fällen auch ein Vaporizer erstattet. Wenn die Anwendung also inhalativ erfolgen muss, dann idealerweise mit einem hochwertigen Vaporizer.

Cannabis oral: Dauerwirkung

Die orale Anwendung ermöglicht eine langandauernde und konstante Wirkung. Das kann für chronische Schmerzpatienten wichtig sein, die endlich wieder Schmerzlinderung über die gesamte Nacht hinweg erfahren möchten. Dafür dauert der Wirkeintritt allerdings auch, weshalb keine schnelle Linderung für akut auftretende Schmerzen möglich ist.

Problematisch ist leider, dass die Herstellung von Edibles, die zur oralen Anwendung nötig sind, in Deutschland verboten ist. Da mit der Teillegalisierung vom April 2024 Patienten mit Konsumenten gleichgestellt wurden, ist das also problematisch. Eine Lücke scheint jedoch zu bestehen: Ärzte dürfen ein Rezept für Cannabisblüten zur Tee-Zubereitung ausstellen. Hier findest du unseren Beitrag zur Cannabis Tee Zubereitung.

Sublingualer Konsum: Wie bei CBD

Die sublinguale Einnahme kennst du vermutlich von CBD Ölen: Man gibt ein Spray in den eigenen Mund oder tropft ein öliges Extrakt unter die Zunge. Die Mundschleimhäute sollen anschließend die Wirkstoffe aufnehmen. Hat also das Cannabisöl bzw. Spray kurze Zeit im Mund verweilt, ist die sublinguale Einnahme erfolgt.

Auch aus deutschen Apotheken lassen sich Präparate zur sublingualen Einnahme beziehen. Das berühmteste ist wohl das Fertigarzneimittel Sativex.

Wir empfehlen, die sublinguale Anwendung mit dem eigenen Arzt abzusprechen. Die Dosierung, Verweildauer im Mund und weitere Aspekte sollten professionell abgeklärt werden.

Topische Anwendung von Cannabisprodukten: Gutes für die Haut

Auch für die Haut kann Cannabis nützlich sein. Die äußerliche bzw. topische Anwendung von CBD haltigen Salben, Lotionen oder Cremes mit Cannabisextrakten dient der lokalen Behandlung unterschiedlicher Erkrankungen. Typische Anwendungsbereiche sind Formen von Entzündungen oder Schmerzen.

Dass Cannabis zur topischen Anwendung verschrieben wird, ist eher selten der Fall. Dafür füllen sich unsere Drogerien immer weiter mit Produkten, welche hochwertige Cannabisextrakte enthalten.

Fazit: Cannabis Einnahme inhalativ, oral, sublingual und topisch

Wie wir gesehen haben, sind die vier Konsumformen von Cannabis die inhalative, orale, sublinguale und topische Anwendung. Wir stellen kurz und bündig nochmal die Vor- und Nachteile der einzelnen Konsumformen dar:

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FAQ

Kann man Cannabis auch trinken?

Ja, medizinisches Cannabis kann auch zur Tee-Zubereitung verschrieben werden. Dadurch können Patienten schnell und einfach Cannabis konsumieren, das stundenlang für Linderung sorgt.

Welche Konsumform für viele Terpene?

Terpene sind das Herz von medizinischem Cannabis. Dass manche Strains tendenziell beruhigend wirken könnten und andere eher aufregend, liegt daran, dass sich ihr Profil an Terpenen unterscheidet. Hier empfiehlt sich eine schonende Anwendung, etwa per Vaporizer oder Tee.

Wie lange dauert es, bis die Wirkung bei oralen Anwendung von Cannabis eintritt?

Das hängt von zahlreichen Faktoren ab. Wichtig ist etwa, wie voll dein Magen ist und wann du das letzte Mal gegessen hast. Ein leerer Magen ermöglicht oft einen schnelleren Wirkeintritt als ein voller. Zudem spielen Faktoren wie die Dosierung, aber auch das essbare Produkt eine Rolle. Ein Tee wird etwa schneller aufgenommen als ein saftiger Brownie.

Wie sicher ist die topische Anwendung von Cannabis?

Das hängt ganz von deiner Erkrankung und dem genauen Produkt ab. Hochwertige Tinkturen, Cremes oder Lotions mit Cannabisextrakten sind in der Regel recht gut verträglich.

Was sollen Patienten bei der Konsumform beachten?

Natürlich die Empfehlung ihres Arztes! Dein Arzt weiß genau über deine Situation Bescheid und kann am besten einschätzen, welche Konsumform dir am besten hilft. Nach dem Lesen dieses Beitrags kannst du ggf. erfragen, ob eine andere Konsumform in deinem Fall nicht besser wäre. Schlussendlich solltest du jedoch dem Rat deines Arztes Folge leisten.

Können Ärzte Cannabis für die Zubereitung von Tee verschreiben?

Ja, das dürfen sie. In der Regel dürfen Cannabisblüten als Rezepturarzneimittel nur zur inhalativen Anwendung (idealerweise per Vaporizer) oder zur Tee-Zubereitung verschreiben.

Profilbild

Henrik Aulbach ist publizierter Cannabis-Fachautor mit Herz für Medizin, Chemie und Cannabinoide. Mithilfe von Weed! leistet er seinen Beitrag, Stigmata und Mythen rund um das grüne Gold aufzubrechen und die Verfügbarkeit von Cannabismedikamenten für Patienten zu erhöhen.

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