Cannabis Tee - Über die Wirksamkeit und richtige Zubereitung des entspannenden Elixirs

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Für Cannabispatienten ist das Rauchen oder Verdampfen von Cannabis oft mit ungewollten Lungenirritationen verbunden. Hinzu kommt, dass die Aufnahme von Cannabis über die Lunge für eine recht kurzweilige Wirkung sorgt. Daher wird die Darreichungsform der Tees immer beliebter, zumal du im Vergleich zum Backen oder Kochen mit Cannabis keinen derart aufwendigen Prozess durchlaufen musst. Dabei kann dir dein Arzt direkt Cannabisblüten für Tees verschreiben, diese werden dann bereits dementsprechend zerkleinert.

Grüner Genuss: Hanftee und seine wohltuenden Eigenschaften und Cannabinoide

Vorab sind für Cannabispatienten orale Darreichungsformen wie Extrakte oder Öle besser geeignet. Wenn Cannabispatienten auf Tees zurückgreifen, dann ist der Grund hierfür oft, dass keine Kostenübernahme für Extrakte erfolgt, sondern lediglich für Cannabisblüten. Dann kann es wiederum sinnvoll sein, Tees medizinisch einzusetzen. Problematisch ist jedoch, dass die meisten Bestandteile von Cannabisblüten fettlöslich statt wasserlöslich sind, weshalb sie sich in Wasser nicht so gut lösen lassen.


Gibt man Tees jedoch ein wenig Milch, Sahne oder Kokosfett hinzu, können sich die Cannabinoide wie THC und CBD recht gut darin lösen. Du erhältst durch den Fettzusatz zudem mehr Terpene und Flavonoide. Dann ist ein Tee aus Cannabis einem Edible recht ähnlich. Du kannst alles über die Wirkweise von Edibles in unserem Artikel dazu lesen. Auffallen wird dir vielleicht im Vergleich zu Edibles, dass der Wirkeintritt bei Tees schneller erfolgt, weil sie schneller verdaut sind. Zudem sollte ein Tee mit medizinischem Cannabis in vielen kleinen Schlücken getrunken werden. Hierdurch können die wirksamen Bestandteile zum Teil durch die Mundschleimhäute aufgenommen werden.

Cannabis Tee verschreiben lassen: Ist das möglich?

Ja, das ist es! In Deutschland können Ärzte medizinische Cannabisblüten zur Inhalation (Rauchen bzw. Verdampfen) sowie zur Zubereitung von Cannabis Tee verschreiben. Somit ist ein Tee aus Cannabis eine in Deutschland anerkannte Darreichungsform. Solltest du jedoch ein stärkeres Mittel benötigen, solltest du ein Rezept für Cannabisextrakte einholen.

Häufige Gründe zum Verschreiben von Cannabis Tees sind Schlafstörungen, chronische Schmerzen oder ähnliche Probleme, welche nach einer längeren Wirkdauer verlangen.

Im Übrigen erkennt man ein Rezept für Cannabisblüten-Tee am Code "NRF 22.14." Dieser gibt an, dass die Blüten bereits zerkleinert werden, damit sie zur Zubereitung von Tees geeignet sind.

Cannabis Tee: Die gesamte Zubereitung bis in die Tasse

Es gibt grundsätzlich zwei Methoden, wie du einen Tee aus Hanf herstellen kannst. Das Ziel ist schlussendlich, möglichst viel der gesunden Inhaltsstoffe zu erhalten, so etwa Cannabidiol oder den Wirkstoff THC. Wie wir nun bei der Herstellung von Edibles gelernt haben, liegen die Cannabinoide in der Hanfpflanze fast ausschließlich in ihrer Säureform vor. Sie müssen decarboxyliert werden, damit bspw. aus THCA der Wirkstoff THC wird. Selbes gilt für die meisten Cannabinoide, CBD liegt bspw. als CBDA vor. Das angehängte „-A" steht übrigens für „Acid", englisch für Säure.

Du hast nun die Wahl, ob du deine medizinischen Cannabisblüten vor der Zubereitung von Cannabis Tee decarboxylieren willst oder währenddessen, mit dem brühend kochenden Wasser. Beim Decarboxylieren von Cannabinoiden gibt es zwei entscheidende Faktoren: die Temperatur und die Dauer. Je höher die Temperatur ist, desto geringer sollte die Dauer ausfallen und andersherum. Dabei gilt die Faustregel, dass bei einer lange Dauer und geringer Temperatur am meisten Cannabinoide erhalten bleiben.

Du hast die Wahl, beim Aufbrühen des Tees zu decarboxylieren oder davor mithilfe des Backofens. Für beide Fälle liefern wir jetzt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Fun Fact: Du kannst auch Cannabis mithilfe eines Vaporizers decarboxylieren, um die Aktivierung der Wirkstoffe durchzuführen.

Cannabis Tee zubereiten mit voriger Decarboxylierung

  • Heize den Backofen auf 115 - 120 °C auf.
  • Zerkleinere bzw. grinde die Cannabisblüten der gewünschten Cannabissorte. Sie sollten nicht allzu fein zerkleinert werden, eine Pulverform ist keineswegs erwünscht.
  • Gib das Blütenmaterial auf ein Backblech oder in eine Auflaufform. Oft werden die zerkleinerten Blüten in Alufolie gepackt, damit sie nicht durch den Ofen wehen. Lasse das Blütenmaterial für 30 - 40 Minuten ziehen, schön goldbraun sollte es werden, um eine vollständige Decarboxylierung von THC zu gewährleisten.
  • Nimm das Blütenmaterial aus dem Ofen. Es sollte sich nun mühelos mit den Fingern zerbröseln lassen.
  • Gib die Blüten in eine Tasse, bestenfalls in einem Teebeutel. Füge einen Schluck Milch oder Sahne hinzu. Ein wenig Kokosfett eignet sich als vegane Alternative ebenfalls gut.
  • Gieße das brühend heiße Wasser in die Tasse. Jetzt ungefähr 15 Minuten ziehen lassen.
  • Entnehme den Teebeutel bzw. das Blütenmaterial und lass dir den Tee schmecken. Kleine Schlücke empfehlen sich, damit möglichst viele Inhaltsstoffe bereits durch die Schleimhäute im Mund aufgenommen werden können.

Cannabis Tee zubereiten mit gleichzeitiger Decarboxylierung

  • Grinde bzw. zerkleinere die gewünschte Menge an Cannabisblüten. Bitte nicht zu fein, eine Pulverform ist keineswegs erwünscht.
  • Gib das Pflanzenmaterial in einen Topf, zusammen mit etwas Milch (oder Sahne bzw. Kokosfett) und etwa 400 ml Wasser.
  • Lass den Tee für etwa 60 Minuten lang köcheln. Die Temperatur wird durch das Wasser konstant bei 95 - 100 °C gehalten. Hierdurch können die Cannabinoide aus der Hanfpflanze die sogenannte Decarboxylierung erfahren.
  • Entferne die Blüten der Cannabispflanze, wahlweise indem du den Teebeutel entnimmst oder einen Sieb verwendest.
  • Genieße den Cannabis Tee in kleinen Schlücken. Diese helfen dabei, dass Inhaltsstoffe über die Mundschleimhäute aufgenommen werden können, was die Bioverfügbarkeit optimiert.

Damit du dauerhaft hochwertigen Cannabis Tee zur Verfügung hast, kannst du eine größere Menge davon herstellen und danach im Kühlschrank lagern. So kannst du deinen Bedarf für einige Tage im Voraus sichern.

Tee trinken statt rauchen: Was sind die Unterschiede?

Der größte Vorteil ist natürlich, dass die Lunge nicht in Mitleidenschaft gezogen wird und keine Lungenirritationen auftreten. Hinzu kommt die Tatsache, dass die orale Aufnahme von Cannabis eine länger anhaltende Wirkung verspricht. Dafür ist der Wirkeintritt hinausgezögert.

Ein Vorteil von Cannabis Tees im Vergleich zu anderen Edibles ist zudem, dass Tees schneller verdaut werden können und durch kleine Schlücke bereits im Mundraum Inhaltsstoffe aufgenommen werden. Ein Cannabis Tee kannst du dir also mehr oder weniger wie den Mittelweg zwischen Rauchen und Edibles vorstellen.

Rechtliche Aspekte zur Teezubereitung mit Cannabis

Bitte bedenke, dass das Herstellen von Cannabis Tees mit THC-Gehalt von über 0,3 % in Deutschland illegal ist, wenn kein Cannabisrezept vorliegt. Leider ist darüber hinaus der Verkauf von Hanftee illegal, also auch CBD-haltiges Cannabis mit weniger als 0,3 % THC darf nicht als Teezubereitung verkauft werden. Der Handel mit derartigen Tees fällt unter das Betäubungsmittelgesetz. Der Verkauf von trinkfertigem Hanftee ist jedoch unter gewissen Umständen erlaubt, etwa wenn es sich um Eistees mit Hanfextrakten handelt, die sich mittlerweile in einigen Geschäften und Supermärkten finden lassen. Alleine schon das Bestellen von Hanftee oder Tee aus Nutzhanf nach Hause kann rechtliche Probleme nach sich ziehen, weshalb wir hiervon klar abraten.

FAQ

Was ist medizinisches Cannabis?

Medizinisches Cannabis ist ein Begriff, der sich auf die Verwendung von Cannabis oder Cannabisprodukten zur medizinischen Behandlung von Krankheiten und Symptomen bezieht.

Wer kann medizinisches Cannabis verschreiben?

Medizinisches Cannabis kann nur von Ärzten (mit Ausnahme von Zahn- und Tierärzten) verschrieben werden.

Welche Vorteile hat die Einnahme von medizinischem Cannabis?

Medizinisches Cannabis kann bei der Behandlung von Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen, und anderen medizinischen Bedingungen wirksam sein.

Wie sollte man medizinisches Cannabis einnehmen?

Medizinisches Cannabis kann auf verschiedene Arten eingenommen werden, einschließlich der oralen Einnahme durch Kapseln oder Tropfen, inhalierter Verdampfung oder der Anwendung von topischen Produkten auf die Haut.

Wie sollte man die Dosierung von medizinischem Cannabis angehen?

Die Dosierung von medizinischem Cannabis sollte langsam und individuell angepasst werden, da die optimale Dosis von Patient zu Patient unterschiedlich sein kann.

Was sind mögliche Nebenwirkungen von medizinischem Cannabis?

Mögliche Nebenwirkungen von medizinischem Cannabis können Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit, Verwirrung und Gedächtnisprobleme sein.

Können Patienten eine Überdosierung von medizinischem Cannabis erleiden?

Eine Überdosierung von medizinischem Cannabis ist unwahrscheinlich, da die meisten Produkte eine begrenzte Menge an Cannabinoiden enthalten und die individuelle Dosierung langsam titriert wird. Bei einer Überdosierung treten, Desorientierung, Übelkeit, Paranoia oder Halluzinationen auf.

Wie oft und wie viel medizinisches Cannabis sollte pro Tag eingenommen werden?

Die Häufigkeit und Menge der Einnahme von medizinischem Cannabis variiert von Patient zu Patient und hängt von der gewünschten Wirkung ab. Es wird empfohlen, die Dosis über einen längeren Zeitraum zu verteilen.

Wie lange dauert es, bis die Wirkung von medizinischem Cannabis eintritt?

Die Wirkung von medizinischem Cannabis kann je nach Art der Einnahme und individuellen Faktoren wie Stoffwechselgeschwindigkeit variieren. Die Wirkung kann innerhalb weniger Minuten bis zu einer Stunde eintreten.

Wie wirksam ist medizinisches Cannabis bei der Behandlung von verschiedenen Krankheiten und Symptomen?

Die Wirksamkeit von medizinischem Cannabis bei der Behandlung von verschiedenen Krankheiten und Symptomen kann von Patient zu Patient unterschiedlich sein. Es wird empfohlen, die individuelle Wirkung durch Experimentieren zu ermitteln.

Henrik Aulbach ist publizierter Cannabis-Fachautor mit Herz für Medizin, Chemie und Cannabinoide. Mithilfe von Weed! leistet er seinen Beitrag, Stigmata und Mythen rund um das grüne Gold aufzubrechen und die Verfügbarkeit von Cannabismedikamenten für Patienten zu erhöhen.

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