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Teil-Legalisierung Zwischenbericht 2026: Warum wir jetzt handeln müssen

Cannabis-Pflanze auf dem Rednerpult des Deutschen Bundestages, neben einem Mikrofon und einem Gesetzentwurf-Dokument, mit dem leeren Plenarsaal im Hintergrund.

Wichtigste Erkenntnisse

7 Minuten Lesezeit
  • Im Zuge der Teil-Legalisierung wurde ein Evaluierungsverfahren ECOCAN festgelegt. Der zweite Zwischenbericht zeigt, dass weder bei Erwachsenen noch bei Jugendlichen ein Anstieg des Cannabiskonsums seit der Legalisierung erkennbar ist und der Schwarzmarkt stark an Bedeutung verliert.
  • Weitere positive Nachrichten: Laut der DIW-Studie sanken die Cannabisdelikte von 174.000 (2023) auf 62.000 (2024).
  • Aktuell liegt die Zahl der genehmigten Anbauvereinigungen bei rund 366 deutschlandweit. Das ist deutlich unter dem eigentlichen Bedarf.
  • Forschende sprechen sich dafür aus, dass die Reform bestehen bleiben soll, aber mit Nachbesserungen, beispielsweise bei der Präventionsarbeit und bei den Genehmigungsverfahren der Anbauvereine.
  • Trotz dieser positiven Ergebnisse versuchen Politiker der Union, die Teil- Legalisierung in ein schlechtes Licht zu rücken, und sprechen sich mit fragwürdigen "Argumenten" dagegen aus. Sie fordern sogar eine Rücknahme. 
  • Noch ist nichts entschieden. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir als Community zusammenstehen und Präsenz zeigen. Wir zeigen dir, was du tun kannst.

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Ein Kommentar von Mila Grün

Zwei Jahre nach der Einführung und dem Inkrafttreten des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) liegt nun der zweite Bericht der ECOCAN‑Forschungsgruppe vor. Dieser zeigt ein belastbares und faktenbasiertes Bild über die Auswirkungen der Reform. Die Ergebnisse sind eindeutig und überwiegend positiv: Das Cannabis Gesetz zeigt Wirkung, wo es umgesetzt wird. Auch der erste ECOKAN Bericht zeigte bereits ein positives Bild.

Und trotzdem versuchen die Politiker und Politikerinnen der Union, ein anderes Bild zu schaffen, indem sie von Kontrollverlust, einem Anstieg des Drogenkonsums und einem „Scheißgesetz" sprechen. Der CSU-Politiker Alexander Dobrindt bedient sich alter Narrative und Unwahrheiten, wenn er über die Legalisierung und ihre Auswirkungen spricht. Genau wie die aktuelle Gesundheitsministerin Nina Warken scheinen sie die wissenschaftliche Evidenz bewusst zu übersehen.


Wir ordnen mit diesem Beitrag ihre Aussagen ein und liefern tragbare Argumente dafür, warum die Legalisierung bestehen bleiben und sogar weiter ausgebaut werden sollte. Damit wollen wir auch dazu aufrufen, die Reform als Community zu verteidigen, und zeigen, was jeder Einzelne tun kann, um seine Meinung zu vertreten.

Was der EKOCAN Bericht wirklich zeigt

Der EKOCAN Zwischenbericht 2026 wurde von einem Forscherteam der Kliniken Hamburg‑Eppendorf, Düsseldorf und Tübingen erarbeitet. Seine Ergebnisse sind klar und datengestützt, ohne eine politische Meinung, sondern mit überprüfbaren und belegbaren Fakten (1).

Die Ergebnisse des Berichts zusammengefasst:

  • Kein Anstieg des Konsums: Zu keinem Zeitpunkt der Legalisierung ist ein Anstieg des Konsums erkennbar, der auf diese zurückzuführen wäre (2).
  • Der Schwarzmarkt verliert an Bedeutung: Ein stetig wachsender Teil des konsumierten Cannabis stammt aus legalen Quellen. Der Soziologe Bernd Werse sagt, dass sich der illegale Markt sogar halbiert haben soll. Die Verdrängung des Schwarzmarktes war eines der großen Ziele der Reform.
  • Der Jugendschutz verbessert sich: Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren konsumieren weniger. Die Zahlen sind stabil und zeigen sogar einen leichten Rückgang. Außerdem steigt im Allgemeinen das Risikobewusstsein für den Konsum der Pflanze in dieser Altersgruppe (2).
  • Positive Zahlen aus der Kriminalitätsstatistik: Die Zahl der Cannabisdelikte sank von 174 000 im Jahr 2023 auf 62.000 im Jahr 2024. Diese Daten kommen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und zeigen einen Rückgang von Strafverfahren von fast einem Drittel (2).
  • Verzögerungen bei den Anbauvereinigungen: Bei den Genehmigungen für die Anbauvereine sehen die Forschenden einen klaren Reformbedarf. Aktuell gibt es gerade mal 366 genehmigte Clubs. Diese Zahl könnte und müsste weitaus größer sein, damit der Bedarf an Konsumcannabis in angemessenen Mengen annähernd gedeckt werden kann (3).

Trotz der überwiegend positiven Ergebnisse, die im Zwischenbericht zu lesen sind, fordern die Wissenschaftler Nachbesserungen der Reform. Beispielsweise bei der Prävention und den Genehmigungsverfahren der Anbauvereine. Gegen eine Rücknahme der Legalisierung sprechen sie sich jedoch klar aus. Denn wo das Gesetz umgesetzt wird, funktioniert es auch (3).

Wissenschaft trifft Politik: Der EKOCAN-Zwischenbericht 2026 zieht eine nüchterne Bilanz der deutschen Cannabis-Teillegalisierung.

Die laute, aber haltlose Kritik der Union

Trotz der oben genannten Ergebnisse des EKOCAN Zwischenberichts gab es eine politische Gegenkampagne seitens der CDU/CSU, die für Diskussionen sorgte. Innenminister Alexander Dobrindt warnt vor einem „massiven Drogenproblem". Außerdem nannte er das Gesetz einen "vollkommenen Rohrkrepierer" und sogar in aller Öffentlichkeit ein "Scheißgesetz" (4). Unterstützung erhält er dabei von der Gesundheitsministerin Nina Warken, die das Gesetz als Fehler bezeichnet und gemeinsam mit der CDU/Frauenunion zur Korrektur dieses „Fehlers" aufruft (5).



Doch wie im EKOCAN Bericht klar zu lesen ist, stehen diese Aussagen in einem Widerspruch zur aktuellen Datenlage.

Faktenbasierte Argumente statt politischer Panikmache

Die Argumente gegen die Teil-Legalisierung von Cannabis sind schlichtweg haltlos, vor allem, wenn sachliche und datenbasierten Fakten anführt.

Zollsicherstellungen sind kein Konsumbeweis

Um seine Aussage des wachsenden Drogenproblems zu stärken, verweist Alexander Dobrindt immer wieder auf die steigenden Sicherstellungszahlen beim Zoll. Doch eine klare Verbindung lässt sich hier nicht herstellen. Die erhöhte Zahl der Sicherstellungen ist in den meisten Fällen das Ergebnis von intensiven Kontrollen und effizienterer Ermittlungsarbeit der Polizei.

Aus dem Teil-Legalisierung Zwischenbericht geht klar hervor, dass der Handel mit illegalem Cannabis zurückgeht, während legale Bezugsquellen an Bedeutung gewinnen. Das ist eine positive Entwicklung, die schneller vorankommen könnte, wenn der legale Markt endlich flächendeckend ausgebaut werden würde (3).

Ermittlungsprobleme durch die Reform

Laut dem Bundeskriminalamt seien illegale Strukturen schwerer zu erkennen und „Kleindealer" nicht mehr eindeutig zu identifizieren. Doch dieses Problem ist die Folge der Teil-Legalisierung, bei der Kontrollmechanismen und Strukturen nicht angepasst wurden. Der EKOCAN Bericht empfiehlt gezielte Nachschärfungen im Strafprozessrecht, um Ermittlungsprozesse klarer zu definieren (3). Also muss nicht nur die Teilegalisierung angepasst werden, sondern auch das Verwaltungssystem, das zu langsam auf die Realität reagiert.

Keine Cannabis Legalisierung – kein Jugendschutz

Das schwerste und auch emotionalste „Argument" der Legalisierungs-Gegner ist der fehlende Jugendschutz und ein Anstieg des Konsums, obwohl die Fakten das klare Gegenteil belegen. Laut EKOCAN Bericht ist seit der Cannabis Teil-Legalisierung in Deutschland der Konsum unter Minderjährigen stabil und sogar leicht rückläufig, während das Risikobewusstsein zunimmt (2). Dass aktuell nicht ausreichend Präventionsprogramme vorhanden sind, ist wohl eher ein Verschulden der Regierung und nicht der Reform. Die Lösung sollte also sein, die Präventionsarbeit auszubauen und Kinder und Jugendliche umfassend aufzuklären, anstatt die Teil-Legalisierung rückgängig zu machen.

Effektiver Jugendschutz bedeutet:

  • Legale Beschaffungsstrukturen für Erwachsene schaffen, anstatt dem Schwarzmarkt die Oberhand zu überlassen. Auf dem Schwarzmarkt herrscht gar kein Jugendschutz und auch keine Qualitätsprüfung der Ware.
  • Aufklärung auf Augenhöhe statt mit Angst und Lügen.
  • Hilfe statt Strafe. Wenn Jugendliche Strafen fürchten, wenden sie sich nicht an Hilfsstellen.

Eine erneute Kriminalisierung würde Jugendliche nicht besser schützen, sondern sie erneut einem unkontrollierten Schwarzmarkt überlassen. Außerdem ist das Phänomen der verbotenen Früchte, die am besten schmecken, allseits bekannt.

Der Erfolg von Telemedizin-Plattformen: Ein Problem?

Telemedizinische Videosprechstunde: Über Online-Plattformen gelangen Patienten in Deutschland zunehmend unkompliziert an ein Rezept für Medizinalcannabis.



Oft wird von Seiten von Kritikern der Teil-Legalisierung argumentiert, Telemedizinplattformen und Online-Apotheken hätten nur deshalb eine so großen Erfolg, weil sie massenhaft Zulauf von nicht-medizinischen Nutzern bekämen. Der starke Anstieg im medizinischen Bereich hat, neben dem tatsächlichen medizinischen Nutzen, vor allem systemische Gründe:

  • Vor der Möglichkeit einer telemedizinischen Versorgung waren Patienten auf Ärzte in ihrer Nähe angewiesen, viele Ärzte kennen sich aber oft nicht mit Cannabis aus und stellten keine Rezepte aus.
  • Wir sehen starke Nachholeffekte: viele Patienten erhalten durch telemedizinische Angebote erstmals die Möglichkeit, eine Verschreibung zu erhalten.
  • Die Verschreibung wurde durch Videosprechstunden und Fragebögen im Internet stark erleichtert.

Es gibt sicher auch einen gewissen Missbrauch von Seiten nicht-medizinischer Cannabisnutzer: allerdings ist das Problem von der Politik hausgemacht, da viele dieser Nutzer weder einen Social Club in der Nähe haben noch über Eigenanbau (z.B. wegen zu engen Wohnverhältnissen) Zugang zu qualitätsgeprüftem Cannabis haben. Der private Anbau ist zwar legal, aber nicht für jeden umsetzbar.

Die Telemedizin und die damit verbundene Verschreibung von Medizinalcannabis durch Apotheken wurden neu geschaffen und werden aktuell nicht ausreichend reglementiert. Daher ist diese Thematik ein verwaltungstechnisches „Problem" und kein Thema, das der Cannabis Teil-Legaliserung zuzuschreiben ist. Ganz im Gegenteil. Würde die Säule 2 und damit ein regulierter Freizeitmarkt in Kraft treten, könnte es klar differenzierte Märkte geben und nicht-medizinische Nutzer würden sich nicht genötigt sehen, ihr Cannabis aus Sicherheitsgründen auf dem medizinischen Markt zu besorgen.

Zwischen Wissenschaft und politischem Populismus

Der Teil-Legaliserungs-Zwischenbericht ist ein wertvolles Werkzeug KCanG Evaluation, das eindeutige und differenzierte Einsichten zu der aktuellen Lage in Bezug auf die Teil-Legalisierung liefert. Doch häufig werden die Ergebnisse verzerrt dargestellt. Eine ernsthafte, faktenbasierte Diskussion ist vonseiten der Union aktuell leider nicht erkennbar. Dieses Vorgehen ist gefährlich und auch nicht zielführend. Kritik und eine sachliche Auseinandersetzung sind legitim, aber bitte ohne Unwahrheiten und Übertreibungen.

Die geforderte Rücknahme der Teil-Legalisierung hätte weitreichende Konsequenzen. Dadurch würden bestimmte Probleme verschärft werden, anstatt diese zu lösen, und neue geschaffen. Beispielsweise ist der Schwarzmarkt auch längst in der digitalen Welt angekommen, dieses Problem wäre wohl schwer in den Griff zu bekommen.

Was würde eine Rücknahme der Teil-Legalisierung bedeuten?

Die Union fordert, die Legalisierung wieder rückgängig zu machen. Doch mit welchem Ziel? Um Menschen wieder zu kriminalisieren, den Schwarzmarkt zu stärken und ihm die Milliarden an möglichen Steuergeldern zu überlassen? Dass eine Verbotspolitik keine funktionierende Politik ist, hat die Vergangenheit gezeigt. Die Legalisierung hat das Cannabis nicht erst ins Land gebracht, es ist längst da und wird von Menschen jedes Alters und jeder Gesellschaftsschicht genutzt.

Daher hätte eine Rückabwicklung des Konsumcannabisgesetzes gravierende Folgen:

  • Rückkehr der Kriminalisierung: Mit einer Legalisierung würden erneut Hunderttausende von Menschen kriminalisiert und strafverfolgt, obwohl sie keine Kriminellen sind und vor allem, obwohl sie niemandem etwas tun oder schaden. Selbst der bloße Besitz wäre wieder strafbar.
  • Stärkung des Schwarzmarktes: Der Schwarzmarkt und alle illegalen Händler profitieren von dem Wegfall legaler Quellen. Das Ergebnis wären verunreinigte Produkte und kein Schutz für Konsumenten, geschweige denn für Jugendliche.
  • Mehr Belastung von Polizei und Justiz: Die erneute Kriminalisierung würde wieder zu einer Verfolgung von "Kleinkriminellen" führen. Das hätte eine Verschwendung von Steuergeldern und polizeilichen Energien zur Folge, die anderweitig besser und effizienter genutzt werden könnte.
  • Kein Jugendschutz: Der illegale Markt wird nicht kontrolliert. Es gibt also keine Kontrolle der Altersgrenze und der Inhaltsstoffe.
  • Wirtschaftlicher Rückschritt: Verlust von Steuereinnahmen und Investitionen, Stärkung krimineller Strukturen. Die Geschäftstätigkeit und der Jahresabschluss vieler neuer Unternehmen in diesem Bereich wären massiv betroffen.

Die Reform hat aktuell, das belegen die Zahlen, mehr Sicherheit und Transparenz geschaffen und ist verantwortlich für weniger Kriminalität und die Eindämmung des Schwarzmarktes. Eine Rückkehr zu den alten Strukturen würde diese Fortschritte zunichtemachen. Auch international würde die Rücknahme, die nachweislich funktioniert und laut Forschung sogar weiterentwickelt werden sollte, ein widersprüchliches Signal senden.

Darum müssen wir jetzt handeln

Die politische Diskussion fordert uns aktuell heraus. Der Teil-Legalisierung Zwischenbericht liegt vor, mit klaren belegbaren und positiven Fakten, und trotzdem wird eine Rücknahme der Cannabis Teil-Legalisierung in Deutschland von der derzeit führenden Partei gefordert. Wir alle müssen noch einmal zusammenhalten und Präsenz zeigen. Für eine vernünftige Drogenpolitik, ohne Verbote, ohne Angst und ohne Kriminalisierung.

Jetzt zählen Sichtbarkeit und Engagement. Du kannst beispielsweise an Demonstrationen teilnehmen und zeigen, was du von der Legalisierung und den Aussagen der Union hältst. Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten der Unterstützung.

Für eine vernünftige Politik:

  • Demonstrationen und Aktionen besuchen: Beispielsweise gibt es am 20.4., dem Tag des Cannabis, verschiedene Kundgebungen und Demonstrationen. Suche nach Veranstaltungen in deiner Stadt oder fahre nach Berlin, um dieses Highlight zu unterstützen. Außerdem findet jedes Jahr der Global Marijuana March in vielen Städten statt, meistens am ersten Maiwochenende. Das ist eine vielversprechende Möglichkeit, um Präsenz zu zeigen und die Community zu unterstützen.
  • Anbauvereinigungen gründen, unterstützen und stärken: Jede Mitgliedschaft eines Anbauvereins lässt die legale Struktur wachsen und unterstreicht die Wichtigkeit der Vereine. Wenn es keinen in der Nähe gibt, dann suche nach Gleichgesinnten, die vielleicht Lust haben, einen Club zu gründen. Du musst ja selbst kein Gründer sein, Unterstützung alleine reicht oft aus.
  • Politiker und Abgeordnete kontaktieren: Bürgerbriefe, E-Mails zum Beispiel an den Bundestag oder persönliche Gespräche können Wirkung zeigen, vor allem, wenn die faktenbasierte Lage so eindeutig ist. Je mehr Menschen über die Ergebnisse des Zwischenberichts Bescheid wissen, desto schwieriger wird es für politische Gegner, die Fakten zu verdrehen.

Die Cannabis‑Community in Deutschland ist groß, aber aktuell leider etwas erschöpft. Der Kampf war lang und hart, doch wir sind noch nicht am Ende! Wir stehen an einem Wendepunkt zwischen einer modernen, faktenbasierten Drogenpolitik und dem Rückfall in alte Prohibitionszeiten. Der gesellschaftliche Druck kann Wirkung zeigen!

Fazit

Mit dem Teil-Legalisierung Zwischenbericht entstand auch für die Öffentlichkeit ein klares Bild darüber, was in den letzten zwei Jahren der Legalisierung passiert ist. Es gibt weniger Kriminalität, mehr Kontrolle, stabile Konsumzahlen und einen schwindenden Schwarzmarkt. Anstatt sich über diesen Fortschritt zu freuen und die Ergebnisse zu würdigen, nutzen einige Politiker einzelne Werte und Zahlen für ihre Hetzkampagne.

Eine Rückabwicklung der Teil-Legalisierung hätte fatale Folgen für die Menschen, die ihre Freiheit zurückgewonnen haben, und für die Unternehmen und Anbauvereine, die bereits investiert haben. Wer heute noch glaubt, dass Verbote Konsum verhindern, handelt gegen jede wissenschaftliche Erkenntnis. Die Zukunft der modernen Drogenpolitik liegt in Aufklärung, Regulierung und Eigenverantwortung, nicht in dem Schüren von Angst. Nun sind wir als Community und Konsumenten gefragt, die Reform zu verteidigen und zu zeigen, dass wir nicht die sind, für die wir jahrzehntelang gehalten wurden. Um Cannabis wieder Aufmerksamkeit und Gerechtigkeit zu schenken, die die Pflanze verdient.

Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt weder eine Rechtsberatung noch eine Aufforderung zum Kauf oder Konsum von Cannabis dar. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte wird keine Gewähr übernommen.

Quellen

  • Manthey, J., Kalke, J., Kraus, L., Radas, S., Schranz, A., Verthein, U., Kotz, D., Fedler, C., Klosterhalfen, S., Steinhoff, P., Kinzig, J., Iberl, B., Rebmann, F., & Schreier, S. (2026, 1. April). Evaluation des Konsumcannabisgesetzes (EKOCAN): 2. Zwischenbericht (Version 1). Universität Hamburg. https://doi.org/10.25592/uhhfdm.18530
  • Bindler, A., & Stoica, A.-M. (2026, 25. März). Cannabiskonsum bleibt trotz Teillegalisierung stabil – Konsum harter Drogen wie Kokain steigt seit Jahren [Pressemitteilung]. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). https://www.diw.de/de/diw_01.c.1003686.de/cannabiskonsum_bleibt_trotz_Teil-Legalisierung_stabil_____konsum_harter_drogen_wie_kokain_steigt_seit_jahren.html
  • Legal Tribune Online. (o. D.). Cannabis-Teillegalisierung: Evaluierung EKOCAN, Anbauvereinigungen, Medizinalcannabis. LTO. https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/cannabis-teillegalisierung-evaluierung-ekocan-anbauvereinigung-medizinalcannabis
  • Focus Online. (2025, 24. Oktober). Dobrindt poltert gegen Cannabis-Gesetz der Ampel: „Ein richtiges Scheißgesetz". Focus Online. https://www.focus.de/politik/deutschland/ploetzlich-poltert-der-innenminister-gegen-die-ampel-ein-richtiges-scheissgesetz_613191a7-5906-4977-be2f-5b97b8c28972.html
  • Bundesministerium des Innern (BMI). (2026, 1. April). Zweite Evaluation zur Cannabis-Teillegalisierung [Pressemitteilung]. https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2026/04/cannabis.html

FAQ

Warum ist der Zwischenbericht politisch so brisant?

Weil er faktenbasiert zeigt, dass die Teil-Legalisierung funktioniert, und damit das politische Narrativ der Gegner ins Wanken bringt. Die Ergebnisse widersprechen den zentralen Argumenten der Union, die auf steigenden Konsum und Kontrollverlust setzt.

Welche langfristigen Folgen könnte die Cannabis Teil-Legalisierung für Deutschland haben?

Wenn die Reform stabil bleibt und weiterentwickelt wird, könnte sich Deutschland zu einem Modellprojekt für moderne Drogenpolitik in Europa entwickeln – mit klaren Regeln, besseren Präventionsstrukturen und wirtschaftlichem Potenzial durch Anbauvereinigungen und Forschung.

Warum ist der Ausbau der Anbauvereinigungen so entscheidend?

Weil sie das Rückgrat des legalen Marktes bilden. Nur wenn ausreichend Clubs existieren, kann der Schwarzmarkt dauerhaft zurückgedrängt und die Versorgung transparent und sicher gestaltet werden.

Wie reagiert die Cannabis‑Community auf die politische Debatte?

Viele Aktivisten und Konsumenten sehen den Bericht als Rückenwind – und gleichzeitig als Aufruf, politisch sichtbar zu bleiben. Die Community ruft dazu auf, die erreichten Fortschritte zu verteidigen, bevor politische Rückschritte sie wieder gefährden.

Profilbild

Hallo and High, mein Name ist Mila Grün und ich bin die Chefredakteurin der Cannabib. Meine Arbeit und meine Leidenschaft liegen im Schreiben von seriösen und wissenschaftlich fundierten Texten über das Thema Cannabis. Gemeinsam mit meinem Team kämpfe ich seit Jahren gegen die derzeitige Stigmatisierung und für eine solide Aufklärung. Damit die Cannabispflanze wieder den Stellenwert erlangt, den sie verdient.

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