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Cannabis Rosin: Was ist das und wie wird es hergestellt?

Makroaufnahme von goldfarbenem, transparentem Rosin-Konzentrat auf einer spiegelnden Glasfläche vor dunkelgrün-schwarzem Hintergrund.

Wichtigste Erkenntnisse

8 Minuten Lesezeit
  • Rosin ist ein Cannabis-Konzentrat, das allein durch Wärme und Druck entsteht, ganz ohne Lösungsmittel.
  • Live Rosin wird aus direkt nach der Ernte eingefrorenen Blüten hergestellt und bewahrt dadurch besonders viele Aromastoffe.
  • Mit meist 50 bis 90 Prozent THC enthält schon eine kleine Menge Rosin ein Vielfaches des Wirkstoffs gleich schwerer Blüten.
  • Privat herstellen darf man Rosin in Deutschland nicht. Legal erhältlich ist es nur auf Rezept in der Apotheke.

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Cannabis Rosin hat einen besonderen Ruf, weil es ungewöhnlich viele Wirkstoffe der Pflanze enthält und dabei vergleichsweise viele von ihnen unverändert erhält. Das Konzentrat entsteht allein durch Wärme und Druck, ohne Lösungsmittel, und bewahrt neben den Cannabinoiden auch einen Teil der empfindlichen Aromastoffe. Entsprechend liegt der THC-Gehalt deutlich über dem von getrockneten Blüten. Seit einiger Zeit gibt es mit Live Rosin auch eine in Deutschland pharmazeutisch hergestellte Variante auf Rezept.

Hier erfährst du, wie Rosin entsteht, welche Arten es gibt, was die hohe Konzentration praktisch bedeutet und was rechtlich gilt.

Was ist Cannabis Rosin?

Rosin ist ein Konzentrat aus dem Harz der Cannabispflanze. Es ist klebrig, erinnert an Honig und reicht farblich von hellgelb bis goldbraun. Während getrocknete Blüten meist 10 bis 25 Prozent THC enthalten, sind es bei Rosin in der Regel 50 bis 90 Prozent. Mittlerweile ist es in Deutschland möglich Live Rosin von der Apotheke zu kaufen.

Das Harz stammt aus den winzigen Trichomen, die unter der Lupe wie kristalline Pilze aussehen. Dort speichert die Pflanze Cannabinoide wie THC und CBD sowie Terpene, ihre aromatischen Öle.

Wie wird Rosin hergestellt?

Rosin wird aus Blüten oder bereits abgetrenntem Harz gepresst, unter Wärme und Druck. Die Wärme verflüssigt das Harz, der Druck presst es heraus. Chemie ist nicht im Spiel, ähnlich wie bei kaltgepresstem Olivenöl.

Weil nichts herausgelöst, sondern nur herausgepresst wird, bestimmt das Ausgangsmaterial fast alles. Was darin steckt, landet konzentriert im Produkt: Wirkstoffe und Aroma, aber auch Schimmel oder Pestizidrückstände, falls vorhanden.

Für Privatpersonen ist das Pressen von THC-haltigen Cannabis in Deutschland verboten (1). Mehr dazu weiter unten im Abschnitt zur Rechtslage.

Warum die Temperatur das Aroma bestimmt

Viele Terpene sind flüchtig und verdampfen schon bei milder Wärme. Wie groß der Effekt ist, zeigt eine Studie zur Trocknung von Nutzhanf: Je heißer getrocknet wurde, desto weniger Terpene blieben übrig. Der Anteil sank von 82,1 auf 29,9 Prozent (2).

Durch die schonende Verarbeitung bei Rosin wird deshalb viel Aroma erhalten.

Woher stammt Rosin?

Rosin ist keine Erfindung der Pharmaindustrie, sondern das jüngste Glied einer langen Reihe von Verfahren, mit denen Cannabiskulturen seit Jahrhunderten das Harz der Pflanze gewinnen. Die Grundidee, Harz abzutrennen und mit Wärme und Druck zu verdichten, ist alt. Neu ist vor allem die Technik.

Traditionelle Harzgewinnung von Indien bis Marokko

Jede Region hat ihre eigene Methode entwickelt (3):

  • Indien und Nepal: Für Charas werden seit hunderten von Jahren frische, blühende Pflanzen zwischen den Handflächen gerieben. Wie bei Live Rosin dient frisches Material als Ausgangsstoff.
  • Afghanistan und Libanon: Das Harz wird traditionell von getrockneten Pflanzen abgesiebt und anschließend unter Wärme geknetet oder gepresst, mit denselben Faktoren also, auf denen Rosin beruht.
  • Marokko: Gesiebtes Haschisch setzte sich hier erst ab den 1960er-Jahren durch. Seit den 2000er-Jahren ersetzen harzreichere Züchtungen zunehmend die traditionellen Landsorten (4).

Diese Verfahren wurden über Generationen weitergegeben und immer wieder verfeinert.

Eiswasser und Rosin: die jüngsten Schritte

In den 1980er- und 1990er-Jahren kam die Eiswasser-Methode hinzu, die heute die Grundlage von Live Rosin bildet. Bekannt gemacht hat sie unter anderem die Amsterdamerin Mila Jansen, die ihre Geräte 2002 in einer Fachzeitschrift für Cannabistherapie beschrieb (5).

Die Geschichte des Rosin-Verfahrens selbst ist dagegen nur in Foren und Szenemedien dokumentiert und daher mit Vorsicht zu lesen. Erste Beschreibungen eines „Rosin“ aus erwärmtem Haschisch finden sich offenbar schon Mitte der 2000er-Jahre in einem Anbauforum (6). Bekannt wurde das Verfahren aber wohl erst 2015, als der kalifornische Grower Phil „Soilgrown“ Salazar nach eigener Darstellung beim Flachpressen von Haschisch mit einem Haarglätter bemerkte, dass Öl austrat (7). Die Szene entwickelte die Methode danach rasch weiter. Der Name ist übrigens das englische Wort für Kolophonium, ein ebenfalls durch Erhitzen gewonnenes Baumharz.

Viele Verfahren und viel Erfahrungswissen rund um Cannabis sind in der Cannabiskultur und ihren Subkulturen entstanden, weitgehend außerhalb von Forschung und Industrie. Die pharmazeutische Herstellung profitiert heute davon und bringt diese Verfahren unter kontrollierte Bedingungen. Dasselbe gilt für die Pflanzen: Die meisten verbreiteten THC-reichen Sorten wurden über Jahrzehnte von Heimgärtnern und Züchtern außerhalb regulierter Programme entwickelt (8,9). Auch viele heutige Medizinalsorten bauen auf dieser Genetik auf.

Was ist Live Rosin?

Live Rosin ist ein Frischextrakt. Die Blüten werden nach der Ernte nicht getrocknet, sondern sofort schockgefroren („fresh frozen“). So bleibt das Terpenprofil und das gesamte Pflanzenprofil nah an dem der lebenden Pflanze.

Die Herstellung ist aufwendiger als bei klassischem Rosin. Die gefrorenen Blüten werden in Eiswasser gewaschen, bis sich die spröden Trichome lösen. Das Harz wird gesiebt, getrocknet und erst dann schonend gepresst. Streng genommen ist Live Rosin also eine besondere Form von Hash Rosin. Die Ausbeute ist gering, der Preis entsprechend höher.

Für den medizinischen Markt geschieht all das unter GMP-Bedingungen (Good Manufacturing Practice), dem verbindlichen Qualitätsstandard für Arzneimittel, der jeden Produktionsschritt dokumentiert.

Welche Rosin-Arten gibt es, und wie stark sind sie?

Die Arten unterscheiden sich vor allem darin, ob frisches oder getrocknetes Material verwendet wurde und wie rein es ist. Das wirkt sich direkt auf den THC-Gehalt aus, der typischerweise zwischen 50 und 90 Prozent liegt.


Rosin-ArtAusgangsmaterialTHC (typisch)Besonderheit
Flower Rosingetrocknete Blüten50–70 %, bei hochwertigem Material bis 90 %Aroma nah an der Sorte, eher geringere Reinheit
Hash Rosingetrocknetes, gesiebtes Harz70–90 %reiner und meist potenter als Flower Rosin
Live Rosinfrisch eingefrorene Blüten70–90 %besonders terpenreich, cremige Konsistenz
Full Melt Rosinhochreines Harz70–90 %verdampft nahezu rückstandsfrei
CBD-RosinCBD-reicher Nutzhanfunter 0,3 %CBD-Gehalt bis ca. 25 %


Diese Spannen sind Richtwerte, keine Garantien. In einer Analyse kalifornischer Konzentrate schwankte der THC-Gehalt zwischen 23,7 und 75,9 Prozent (10). Rosin aus nicht regulierten Quellen kann also deutlich schwächer oder stärker sein als erwartet, und niemand weiß es vorher.

In frischem Rosin liegt das meiste THC übrigens noch als THC-Säure (THCA) vor, einer kaum psychotrop wirkenden Vorstufe. Erst Erhitzen, etwa im Vaporizer, macht daraus aktives THC. Das funktioniert ähnlich wie beim Teig, der erst im Ofen zum Brot wird.

Rechenbeispiel: Was „hochkonzentriert“ konkret bedeutet

Infografik zu Cannabis-Rosin mit Informationen zu Herstellung durch Wärme und Druck, typischem THC-Gehalt von 50–90 Prozent, einem Konzentrationsvergleich, deutscher Rechtslage und gesundheitlichen Risiken.


KI-generiertes Bild - Bildkonzept und Redaktion von weed.de


Prozentwerte sind abstrakt. Konkreter wird es, wenn man sie in Milligramm umrechnet. Angenommen, du vergleichst jeweils 0,1 Gramm:

  • Blüte mit 15 % THC: 0,1 g × 15 % = 15 mg THC
  • Rosin mit 75 % THC: 0,1 g × 75 % = 75 mg THC

Dieselbe Menge Rosin enthält also über viermal so viel Wirkstoff. Zur Einordnung: Eine große Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 stufte Produkte bereits ab 10 Prozent THC oder 5 Milligramm pro Portion als „hochkonzentriert“ ein (11). Rosin liegt um ein Vielfaches darüber.

Das Beispiel dient nur der Veranschaulichung und ist keine Dosierangabe. Die tatsächlich aufgenommene Menge hängt unter anderem von Gerät, Temperatur und Inhalation ab.

Wie unterscheidet sich Rosin von Resin, Wax und CO₂-Extrakt?

Der Unterschied liegt im Verfahren, nicht im Rohstoff. Rosin wird gepresst, die anderen Konzentrate werden mit einem Extraktionsmittel herausgelöst. Etwas verwirrend: „Resin“ bedeutet eigentlich nur Harz, meint im Branchenjargon heute aber meist Extrakte mit Butan oder Propan.


KonzentratExtraktionsmittelKonsistenzLösungsmittelrückstände
Rosin / Live RosinWärme, Druck (bei Live Rosin zusätzlich Eiswasser)glatt, cremig bis honigartigausgeschlossen
Live ResinButan oder Propanzuckerig, ölig oder butterartigmöglich
Waxmeist Butankrümelig, wachsartigmöglich
CO₂-ExtraktKohlendioxidöligsehr gering bis nicht nachweisbar


Warum das relevant ist, zeigt die schon erwähnte kalifornische Untersuchung. Über 80 Prozent der 57 Proben waren verunreinigt, meist mit Lösungsmittelresten und Pestiziden (10). Rosin schließt das erste Problem aus. Das zweite nicht.

Wie wirkt Rosin, und welche Risiken gibt es?

THC-dominiertes Rosin ist psychotrop, verändert also vorübergehend Wahrnehmung und Bewusstsein. Inhaliert setzt die Wirkung innerhalb weniger Minuten ein und ist wegen der Konzentration deutlich stärker als bei Blüten. Wer keine Erfahrung mit Konzentraten hat, unterschätzt das leicht.

Bei zu hoher Dosis können Herzrasen, Schwindel, Übelkeit, Angst bis hin zu Panik und vorübergehende Orientierungsstörungen auftreten. In der deutschen Begleiterhebung zu Cannabisarzneimitteln waren Müdigkeit, Schwindel, Schläfrigkeit, Übelkeit und Mundtrockenheit die häufigsten Nebenwirkungen (12,13). Halluzinationen oder Wahnvorstellungen wurden seltener gemeldet, jeweils in mehr als einem von 1.000 Fällen (12). Bei längerem Konsum von hochdosiertem Cannabis kann es aber auch zu weiteren medizinischen Komplikationen wie zum Beispiel dem Cannabis Hyperemesis Syndrome kommen. Eine systematische Übersichtsarbeit hat zudem den längerfristigen Konsum hochpotenter Cannabisprodukte untersucht und dabei Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Psychosen und Abhängigkeit gefunden (14).

Spielt der Entourage-Effekt eine Rolle?

Terpenreiche Extrakte wie Live Rosin werden oft mit dem Entourage-Effekt in Verbindung gebracht. Gemeint ist die Idee, dass Cannabinoide, Terpene und weitere Pflanzenstoffe sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken oder abmildern. Da Rosin viele Wirkstoffe der Pflanze erhält, könnte diese Extraktiosnform besonders interessant für das pharmazeutische Profil sein. Belegt ist der Entourage-Effekt beim Menschenbislang nicht klar, auch wenn es bereits einige präklinische Studien gibt, die die Hypothese zum Teil stützen (15). Deren Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf Menschen übertragen, weil Zellen und Tiere anders reagieren als ein menschlicher Organismus. Eine spätere Zellstudie fand keinen Hinweis darauf, dass gängige Terpene die Wirkung von THC oder CBD an den Cannabinoid-Rezeptoren verändern (16).

Dasselbe gilt für Rosin insgesamt. Es gibt keine Studien, die gezielt Rosin am Menschen untersuchen. Was über seine Wirkung bekannt ist, stammt aus der allgemeinen Cannabisforschung, und die ist in vielen Anwendungsgebieten lückenhaft (17).

Wie wird Rosin angewendet?

Tragbarer Vaporizer auf einem Holztisch in einer ruhigen, wohnlichen Umgebung mit Tasse, Notizbuch und Zimmerpflanzen.


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Medizinisches Rosin wird verdampft, nicht geraucht. Ein Vaporizer oder Vape Pen erhitzt das Extrakt auf eine festgelegte Temperatur, ohne es zu verbrennen, und der Dampf wird inhaliert. Wichtig ist ein Gerät, das ausdrücklich für Extrakte geeignet ist.

Die Menge ist klein und wird ärztlich festgelegt. Üblich ist, niedrig zu beginnen und nur langsam zu steigern („Start low, go slow“).

Außerhalb der Medizin ist das sogenannte Dabbing verbreitet, bei dem Rosin auf einer stark erhitzten Fläche verdampft wird. In einem Laborversuch, der diese Bedingungen nachstellte, entstanden bei sehr hohen Temperaturen Abbauprodukte von Terpenen, darunter Methacrolein und Benzol (18). Ob und wie stark das beim Menschen gesundheitlich ins Gewicht fällt, ist nicht untersucht. Die Richtung ist aber klar: mehr Hitze, mehr unerwünschte Stoffe. Beim Rauchen kommen noch Verbrennungsprodukte hinzu.

Wie lagert man Rosin richtig?

Kühl, dunkel und luftdicht. Licht, Wärme und Sauerstoff bauen Wirkstoffe und Aroma ab, wobei Licht besonders schnell wirkt. Bei medizinischem Rosin haben die Angaben auf der Packung Vorrang.

Eine Langzeituntersuchung zeigt, wie groß der Unterschied ist. Bei Raumtemperatur und Tageslicht war die Hälfte der THC-Säure im Extrakt nach etwa 35 Tagen abgebaut, im Dunkeln erst nach rund 91 Tagen. Am besten hielt sich das Material tiefgekühlt (19).

Als Faustregel gilt: Bei Raumtemperatur ein bis zwei Wochen, im Kühlschrank bis etwa drei Monate, im Gefrierschrank bis zu einem Jahr. Gekühlte Behälter sollten vor dem Öffnen Raumtemperatur annehmen, sonst bildet sich Kondenswasser. Glas eignet sich für längere Lagerung besser als Silikon, das mit der Zeit Aromastoffe aufnimmt.

Wird klares Rosin nach einiger Zeit trüb und butterartig, ist es nicht verdorben. Dieses sogenannte Buddering entsteht, wenn Cannabinoide auskristallisieren. Der Wirkstoffgehalt bleibt weitgehend gleich, nur Konsistenz und Geschmack ändern sich.

Ist Rosin in Deutschland legal?

Herstellen darf man Rosin privat nicht. Legal erhältlich ist es nur als medizinisches Cannabis auf Rezept. Dazwischen gibt es eine Grauzone beim Besitz, aber keinen legalen Bezugsweg für den nicht-medizinischen Gebrauch.

Im Einzelnen gilt Folgendes:

  • Herstellung: Das Konsumcannabisgesetz (KCanG) verbietet die Extraktion von Cannabinoiden aus der Pflanze. Das Pressen zu Rosin fällt darunter, auch bei Pflanzen aus legalem Eigenanbau. Ein Verstoß ist nach § 34 Abs. 1 Nr. 13 KCanG strafbar, mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe (1). Ausgenommen ist unter anderem die Extraktion von CBD.
  • Besitz: Rosin gilt als Zubereitung und damit als Cannabis im Sinne des Gesetzes. Für den Besitz gelten die allgemeinen Mengengrenzen (1).
  • Bezug: Anbauvereinigungen dürfen nur Marihuana oder Haschisch in Reinform weitergeben (§ 19 Abs. 3 KCanG), also kein Rosin (1).
  • Medizinisch: Das Medizinal-Cannabisgesetz (MedCanG) erfasst ausdrücklich auch Zubereitungen aus Cannabis, also Extrakte wie Rosin. Verschreiben dürfen nur Ärzte, abgegeben wird in der Apotheke (20).

Wichtig:

Die Gesetzestexte findest du in aktueller Fassung beim Bundesministerium der Justiz. Die Rechtslage kann sich ändern. Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung.

Was unterscheidet Rosin aus der Apotheke?

Arzt im weißen Kittel berät einen älteren Mann in einer hellen, modernen Praxis oder Apotheke.


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Der Unterschied liegt in der Kontrolle. Medizinisches Rosin hat einen definierten Wirkstoffgehalt, eine dokumentierte Herkunft und wird auf Verunreinigungen geprüft. Bei Rosin unbekannter Herkunft ist nichts davon bekannt, weder der THC-Gehalt noch mögliche Pestizide.

Für Patienten zählt außerdem, dass jede Charge ein vergleichbares Wirkstoff- und Terpenprofil hat. Nur so bleibt eine Therapie über mehrere Verordnungen hinweg verlässlich.

Was auf dem Etikett stehen muss, regelt bei Zubereitungen aus der Apotheke die Apothekenbetriebsordnung. Dazu gehören unter anderem die Wirkstoffe nach Art und Menge, die Haltbarkeit und Hinweise zur Anwendung (21). Die Angaben helfen dir, Menge und Gehalt einzuordnen, und sind im Zweifel die Grundlage für jede Rückfrage bei Apotheke oder Arzt.

Fazit

Rosin kommt ohne Lösungsmittel aus, ist aber alles andere als mild. Seine Qualität hängt am Ausgangsmaterial und an einer schonenden Verarbeitung, und Live Rosin treibt dieses Prinzip am weitesten. Ob das vollständigere Aromaprofil therapeutisch etwas ändert, ist offen.

Die hohe Konzentration ist der Punkt, den man nicht unterschätzen sollte. Schon kleine Mengen enthalten viel THC, und hochpotente Produkte haben ein Risikopotential für akute und langfristige Wirkungen, die beachtet werden sollten.

Legal kannst du in Deutschland nur mit einem Rezept Rosin erhalten. Wenn du überlegst, ob ein Extrakt für dich infrage kommt, besprich das mit deinem Arzt. Dort lassen sich Vorerkrankungen, andere Medikamente und eine passende Dosierung klären.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Die Anwendung von Cannabisprodukten zu therapeutischen Zwecken sollte nur in Absprache mit qualifiziertem medizinischem Fachpersonal erfolgen. Es wird keine Haftung für Schäden oder Nebenwirkungen übernommen, die durch unsachgemäßen Gebrauch entstehen können. Weder werden Heil- oder Wirkversprechen gegeben, noch soll die Nutzung ohne ärztlichen Rat angeregt werden. Nutzer sind verpflichtet, die in ihrer Region geltenden gesetzlichen Bestimmungen zu beachten und eigenverantwortlich zu handeln.

FAQ

Darf ich Rosin aus meinem Eigenanbau pressen?

Nein. Der Eigenanbau von bis zu drei Pflanzen ist erlaubt, das Weiterverarbeiten zu Rosin nicht. Das Konsumcannabisgesetz verbietet die Extraktion von Cannabinoiden, auch durch Wärme und Druck. Ein Verstoß ist strafbar. Ausgenommen ist nur die Extraktion von CBD.

Ist Rosin dasselbe wie Haschisch?

Nein, auch wenn beide aus dem Harz stammen. Haschisch ist das abgetrennte, gepresste Harz. Rosin entsteht, wenn Blüten oder Harz zusätzlich erwärmt und gepresst werden, bis das Harzöl austritt. Es ist deshalb meist deutlich konzentrierter.

Enthält Rosin auch CBD?

Das hängt vom Ausgangsmaterial ab. Rosin aus THC-reichen Sorten enthält meist unter einem Prozent CBD, Rosin aus CBD-reichem Nutzhanf dagegen bis etwa 25 Prozent. CBD ist nicht-psychotrop, wirkt aber auf die Psyche, macht also nicht „high“. Das genaue Verhältnis zeigt nur eine Laboranalyse.

Woran erkenne ich verdorbenes Rosin?

An starker Verdunklung, flachem oder ranzigem Geruch und kratzigem Geschmack. Fehlt das typische Aroma, sind die Terpene weitgehend verflogen. Schimmel oder muffiger Geruch sind ein klares Ausschlusskriterium. Trübes, butterartiges Rosin ist dagegen meist nur „gebuddert“ und nicht verdorben.

Warum muss Rosin so vorsichtig dosiert werden?

Weil schon sehr wenig Rosin viel THC enthält, fast viermal so viel wie dieselbe Menge Blüten. Beim Inhalieren setzt die Wirkung rasch ein, eine zu hohe Menge bemerkt man also erst spät. Deshalb gilt: niedrig beginnen, langsam steigern. Die Dosis legt der behandelnde Arzt fest.

Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz (2024): Gesetz zum Umgang mit Konsumcannabis (Konsumcannabisgesetz – KCanG), § 1 Nr. 8, § 2 Abs. 2, § 19 Abs. 3 und § 34 Abs. 1 Nr. 13. https://www.gesetze-im-internet.de/kcang/ (Abgerufen am 21.09.2026)
  2. Chen, Chang; Wongso, Ivan; Putnam, Daniel; Khir, Ragab; Pan, Zhongli (2021): Effect of hot air and infrared drying on the retention of cannabidiol and terpenes in industrial hemp (Cannabis sativa L.). Industrial Crops and Products 172, Art. 114051. DOI: https://doi.org/10.1016/j.indcrop.2021.114051
  3. Clarke, Robert C.; Merlin, Mark D. (2013): Cannabis: Evolution and Ethnobotany. University of California Press, Berkeley.
  4. Chouvy, Pierre-Arnaud; Afsahi, Kenza (2014): Hashish revival in Morocco. International Journal of Drug Policy 25(3), S. 416–423. DOI: https://doi.org/10.1016/j.drugpo.2014.01.001
  5. Jansen, Mila; Terris, Robbie (2002): One Woman’s Work in the Use of Hashish in a Medical Context. Journal of Cannabis Therapeutics 2(3/4), S. 135–143. https://old.cannabis-med.org/data/pdf/2002-03-04-8.pdf (Abgerufen am 21.09.2026)
  6. Compashon (o. J.): Cannabis Rosin (solventless hashoil). Forumsbeitrag, ICMag. https://www.icmag.com/threads/cannabis-rosin-solventless-hashoil.16647/ (Abgerufen am 21.09.2026)
  7. High Times (o. J.): The Birth of Rosin. Interview mit Phil „Soilgrown“ Salazar. https://hightimes.com/news/the-birth-of-rosin/ (Abgerufen am 21.09.2026)
  8. Barcaccia, Gianni; Palumbo, Fabio; Scariolo, Francesco; Vannozzi, Alessandro; Borin, Marcello; Bona, Stefano (2020): Potentials and Challenges of Genomics for Breeding Cannabis Cultivars. Frontiers in Plant Science 11, Art. 573299. DOI: https://doi.org/10.3389/fpls.2020.573299
  9. Ingvardsen, Christina Rønn; Brinch-Pedersen, Henrik (2023): Challenges and potentials of new breeding techniques in Cannabis sativa. Frontiers in Plant Science 14, Art. 1154332. DOI: https://doi.org/10.3389/fpls.2023.1154332
  10. Raber, Jeffrey C.; Elzinga, Sytze; Kaplan, Charles (2015): Understanding dabs: contamination concerns of cannabis concentrates and cannabinoid transfer during the act of dabbing. The Journal of Toxicological Sciences 40(6), S. 797–803. DOI: https://doi.org/10.2131/jts.40.797
  11. Rittiphairoj, Thanitsara et al. (2025): High-Concentration Delta-9-Tetrahydrocannabinol Cannabis Products and Mental Health Outcomes: A Systematic Review. Annals of Internal Medicine (Online-Publikation vom 26.08.2025). DOI: https://doi.org/10.7326/ANNALS-24-03819
  12. Schmidt-Wolf, Gabriele; Cremer-Schaeffer, Peter (2021): 3 Jahre Cannabis als Medizin – Zwischenergebnisse der Cannabisbegleiterhebung. Bundesgesundheitsblatt 64(3), S. 368–377. DOI: https://doi.org/10.1007/s00103-021-03285-1
  13. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (2022): Abschlussbericht der Begleiterhebung nach § 31 Absatz 6 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch zur Verwendung von Cannabisarzneimitteln. https://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Bundesopiumstelle/Cannabis/Abschlussbericht_Begleiterhebung.pdf (Abgerufen am 17.09.2026)
  14. Petrilli, Katherine; Ofori, Shelan; Hines, Lindsey; Taylor, Gemma; Adams, Sally; Freeman, Tom P. (2022): Association of cannabis potency with mental ill health and addiction: a systematic review. The Lancet Psychiatry 9(9), S. 736–750. DOI: https://doi.org/10.1016/S2215-0366(22)00161-4
  15. Russo, Ethan B. (2011): Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects. British Journal of Pharmacology 163(7), S. 1344–1364. DOI: https://doi.org/10.1111/j.1476-5381.2011.01238.x
  16. Finlay, David B.; Sircombe, Kathleen J.; Nimick, Mhairi; Jones, Callum; Glass, Michelle (2020): Terpenoids From Cannabis Do Not Mediate an Entourage Effect by Acting at Cannabinoid Receptors. Frontiers in Pharmacology 11, Art. 359. DOI: https://doi.org/10.3389/fphar.2020.00359
  17. National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine (2017): The Health Effects of Cannabis and Cannabinoids: The Current State of Evidence and Recommendations for Research. National Academies Press, Washington, D.C. DOI: https://doi.org/10.17226/24625
  18. Meehan-Atrash, Jiries; Luo, Wentai; Strongin, Robert M. (2017): Toxicant Formation in Dabbing: The Terpene Story. ACS Omega 2(9), S. 6112–6117. DOI: https://doi.org/10.1021/acsomega.7b01130
  19. Lindholst, Christian (2010): Long term stability of cannabis resin and cannabis extracts. Australian Journal of Forensic Sciences 42(3), S. 181–190. DOI: https://doi.org/10.1080/00450610903258144
  20. Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz (2024): Gesetz über den Umgang mit Medizinalcannabis (Medizinal-Cannabisgesetz – MedCanG), § 2 Nr. 1 und § 3. https://www.gesetze-im-internet.de/medcang/ (Abgerufen am 21.09.2026)
  21. Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz: Verordnung über den Betrieb von Apotheken (Apothekenbetriebsordnung – ApBetrO), § 14 Kennzeichnung. https://www.gesetze-im-internet.de/apobetro_1987/ (Abgerufen am 21.09.2026)

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Dr. Sebastián Marincolo ist ein international bekannter Publizist, Sachbuch-Autor, Bewusstseinsforscher und strategischer Berater für Kommunikation. Er studierte bei einigen der einflussreichsten Philosophen unserer Zeit und erforscht seit über 25 Jahren das Cannabis High als veränderten Bewusstseinszustand. Er ist Autor von fünf Sachbüchern und zahlreicher Essays über das bewusstseinsverändernde Potenzial von Cannabis und arbeitete für längere Zeit mit Harvard Assoc. Prof. für Psychiatrie Dr. Lester Grinspoon, einem der bekanntesten Cannabis-Experten der Welt, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verband. Er ist Mitglied im europäischen wissenschaftlichen Beirat für das "Woman's Cannabis Project" von Dr. Suzanne Mulvehill und für CINTA – Cannabis Initiative für Transdisziplinäre Analysen von Prof. Dr. habil. Gundula Barsch.