
Inhaltsverzeichnis
Wichtigste Erkenntnisse
- Cannabis Kakao verbindet klassische heiße Schokolade mit Cannabis Butter und bietet eine alternative Form des Cannabis Konsums.
- Mit Zutaten wie Milch, Kakaopulver und Cannabutter lässt sich das Getränk individuell anpassen.
- Die Wirkung von Cannabis Getränken setzt verzögert ein, da die Inhaltsstoffe im Körper über den Verdauungstrakt aufgenommen werden.
- Für Veganer und Personen mit Laktoseintoleranz eignen sich pflanzliche Milchalternativen wie Mandelmilch oder Sojamilch.
- Die Kakaobohne blickt auf eine über 5.500 Jahre alte Geschichte zurück und wurde von den Maya und Azteken als göttliches Geschenk verehrt, als Währung genutzt und in Europa jahrhundertelang als Medizin verkauft.
Die alten Maya verehrten die Kakaobohne als göttliches Geschenk, die Azteken bezahlten damit ihre Steuern, und europäische Apotheker verschrieben Schokolade als Medizin. Diese geschichtlichen Hintergründe zeigen, dass die Kakaobohne und ihre Produkte schon immer von Menschen weltweit gewertschätzt wurde.
Cannabis Kakao verbindet diese jahrtausendealte Tradition mit einer modernen Form des Cannabis Konsums. Bei dieser besonderen Variante der heißen Schokolade werden klassische Zutaten wie Milch und Kakaopulver mit Cannabis Butter oder MCT-Öl kombiniert. Das Ergebnis ist ein Getränk, das nicht nur diskret und geschmackvoll ist, sondern auch eine alternative Konsummethode für alle bietet, die Cannabis lieber trinken als verdampfen oder rauchen möchten, egal ob heiß im Winter oder kalt im Sommer.
Dieser Artikel beleuchtet, wie Cannabis Kakao hergestellt wird, welche Zutaten sich eignen und welche Wirkung zu erwarten sein können. Zudem werden wissenschaftliche Erkenntnisse und Fakten zu Kakao und Cannabis vorgestellt, sowie die rechtliche Lage zum Thema Kochen mit Cannabis erläutert.
5 Faszinierende Fakten über Kakao

Bevor wir zum Rezept kommen, lohnt sich ein Blick auf die interessante Geschichte und die besonderen Eigenschaften von Kakao:
- Von den Göttern zu den Menschen: Die Geschichte des Kakaos lässt sich über 5.500 Jahre zurückverfolgen (1). Archäologische Funde in Ecuador belegen, dass Kakao bereits um 3.300 v. Chr. kultiviert wurde. Die Maya und Azteken verehrten den Kakaobaum als göttliches Geschenk (2).
- Kakao als Währung: Bei den Azteken waren Kakaobohnen ein offizielles Zahlungsmittel (3). Für einen Sklaven musste man etwa 100 hochwertige Kakaobohnen bezahlen. Nur perfekt geformte Bohnen aus bestimmten Regionen Mexikos wurden als Währung akzeptiert. Selbst Steuern konnten mit Kakaobohnen beglichen werden.
- Das bittere Original: Das ursprüngliche Kakaogetränk "Xocolatl" der Azteken hatte mit unserer heutigen heißen Schokolade wenig gemein (4). Es war ein bitteres, schaumiges Getränk aus zerstoßenen Kakaobohnen, kaltem Wasser, Chili, Vanille und manchmal Honig. Nur erwachsene Männer des Adels durften es konsumieren, da es als berauschend galt.
- Kakao und das Endocannabinoid-System: Besonders interessant für Cannabis Kakao ist, dass Kakao selbst kleine Mengen Anandamid enthält (5). Anandamid ist ein natürlicher Botenstoff, der ähnlich wie das pflanzliche THC auf das menschliche Endocannabinoid-System wirken kann, wobei die Wirkung im Vergleich als deutlich abgeschwächt gilt.
- Von bitter zu süß: Als Hernán Cortés 1528 den Kakao nach Europa brachte, fand das bittere Getränk zunächst wenig Anklang (2). Erst als spanische Mönche begannen, Rohrzucker und Vanille statt Chili und Pfeffer beizumischen, wurde daraus die heiße Schokolade, wie wir sie heute kennen und lieben.
Wichtiger Hinweis
Die Herstellung von Cannabis-Edibles für den Eigenkonsum bewegt sich in Deutschland in einer rechtlichen Grauzone.
- Viele Fachanwälte für Strafrecht vertreten die Auffassung, dass auch die Herstellung für den Eigenkonsum nach § 34 KCanG strafbar ist. Wir raten ausdrücklich von der Herstellung von Cannabis-Edibles ab.
- Im Sinne der Schadensminimierung (Harm Reduction) stellen wir aber präzise Informationen zur Verfügung, nicht als Aufforderung, sondern als Sicherheitsinformation für Personen, die sich bereits entschieden haben. Leider stellen viele Menschen Edibles ohne ausreichende Kenntnisse her, was oft zu ungleichmäßiger Verteilung des Wirkstoffs und zu Überdosierungen führt.
- Grundsätzlich sollte man unbedingt beachten, dass das Produkt oder Inhaltsstoffe des Produktes mit Cannabinoiden niemals in die Hände von Kindern oder Jugendlichen gelangen. Die akute Wirkung von Cannabis kann für diese situationsbedingt besonders gefährlich sein. Handle stets verantwortungsbewusst.
- Die Weitergabe von Cannabis-haltigen Lebensmitteln an Dritte, gewerblich oder auch privat ist nach wie vor eindeutig verboten.
Welche Zutaten braucht man für das Cannabis Kakao Rezept?

Je nach Geschmack und eigener Ernährungsweise kann man den Kakao mit pflanzlichem Milchersatz wie Hafermilch oder normaler Milch zubereiten. Auch beim Süßen kann man der eigenen Kreativität von Zucker über Honig bis Agavendicksaft freien Lauf lassen.
Zutaten für 2 Portionen Cannabis Kakao
- 2 Tassen Milch oder pflanzliche Alternativen wie Mandeldrink, Sojadrink oder Kokosdrink
- 3 EL Kakaopulver (ungesüßt)
- Cannabis Butter oder Cannabis MCT-Öl
- Zucker, Agavendicksaft oder Honig (man kann den Kakao auch mit Cannabis Honig infundieren statt Öl oder Butter) nach Geschmack
- Prise Zimt oder Chili optional
- Toppings wie Marshmallows oder Schlagsahne nach Belieben
Decarboxylierung: Kurzer Exkurs
Rohes Cannabis enthält die nicht-psychoaktive Säureform THCA. Um diese in das wirksame THC umzuwandeln, ist der Prozess der Decarboxylierung notwendig. Ohne diesen Schritt würde der Kakao kaum eine psychoaktive Wirkung entfalten. Dieser Schritt ist sowohl für Blüten als auch für bestimmte Extrakte wie Rosin, der oft nur schwach aktiviert ist, unverzichtbar.

Wenn man Extrakt verwenden möchte, muss man unbedingt beachten, dass manche Extraktformen noch inaktiv sind, andere dagegen bereits in der aktivierten Form vorliegen. Grundsätzlich sind Extrakte schneller aktiviert als Blüten. Es ist hilfreich sein Extrakt zu kennen und den Prozess der Aktivierung daran anzupassen.
Zubereitung des Cannabis Kakaos

Für die Zubereitung des Cannabis Kakaos braucht man, wie oben bereits erwähnt, Cannabis Butter oder Öl mit bereits aktiviertem und decarboxylierten Wirkstoffen, wie THC und CBD. Ohne diesen Schritt dauert der Kakao ungefähr 5 Minuten, sonst dauert alles zusammen mit Decarboxylieren und Extrahieren mindestens 2 Stunden.
- Milch im Kochtopf langsam auf 70–80 °C erhitzen (Lebensmittelthermometer nutzen).
- Cannabis Butter oder Öl in der warmen Milch vollständig auflösen.
- Kakaopulver einrühren und gut vermischen.
- Nach Geschmackspräferenz süßen und verfeinern.
- In Tassen füllen und mit Sahne oder Marshmallows verzieren.
Dosierungshinweise für die heiße Cannabis Schokolade: Langsam starten und geduldig sein

Aus Gründen der Schadensminderung ist es unerlässlich, die Prinzipien einer sicheren Dosierung zu verstehen:
- Verzögerter Wirkeintritt: Die Wirkung tritt erst nach 30 bis 120 Minuten ein. Ungeduldiges Nachdosieren ist extrem gefährlich und führt oft zu starken Überdosierungen.
- "Start low, go slow": Internationale Leitfäden zur sicheren Anwendung von Cannabis Edibles empfehlen für unerfahrene Personen eine theoretische Anfangsdosis von maximal 2,5 bis 5 mg THC. Es ist essenziell, nach einer solchen eingenomenen Dosis mindestens zwei Stunden (besser drei) zu warten, um die volle Wirkung abzuschätzen, bevor eine weitere Einnahme überhaupt in Erwägung gezogen wird.
- Unbekannte Stärke: Bei selbst hergestellten Produkten ist die genaue Konzentration unbekannt. Daher sollte die erste Dosis immer weit unter der geschätzten Zieldosis liegen, um die Potenz des Produkts sicher zu testen.
- Risiken einer Überdosierung: Eine zu hohe Dosis kann schwere Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit, Verwirrung, Bewusstseinsveränderung, intensive Angst und Panikattacken und damit Gefahren in vielen Alltagssituationen wie im Straßenverkehr mit sich bringen (6).
Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirkung von Kakao
Kakao enthält Flavanole, die in Studien auf eine antioxidative und gefäßschützende Wirkung untersucht wurden (7). Klinische Studien weisen zudem darauf hin, dass diese Inhaltsstoffe die Durchblutung unterstützen könnten (8). Zudem gibt es wissenschaftliche Hinweise darüber, dass Kakao die Konzentration von Anandamid im Körper womöglich erhöhen könnte. Anandamid ist ein natürlicher Botenstoff bzw. ein endogenes Cannabinoid, welches ähnlich wie das Cannabinoid THC auf das Endocannabinoid-System (ECS) wirken kann.

Können Cannabis und Kakao sich in ihrer Wirkung ergänzen?
Wissenschaftler erforschten, ob bestimmte Bestandteile von Kakao die körpereigene Produktion von Anandamid erhöhen können (5). Anandamid ist, wie oben bereits erwähnt, ein natürlich vorkommender Botenstoff im menschlichen Körper, der an Cannabinoid Rezeptoren im ECS binden und ähnliche Mechanismen wie andere Cannabinoide auslösen kann. Dies Intensität ist allerdings deutlich abgeschwächter.
In der Theorie könnte deswegen die Kombination von Cannabis und Kakao die Wirkung von Cannabisgetränken ergänzen oder sogar verstärken. Wissenschaftlich eindeutig belegt ist dieser Effekt im Alltag jedoch nicht. Zudem hängt die individuelle Wirkung und Wahrnehmung der Wirkung stark von Faktoren wie Dosierung, individueller Verträglichkeit, Mageninhalt, Tagesform und weiteren Faktoren ab.
Fazit
Cannabis Kakao ist mehr als nur ein Rezept. Denn es beinhaltet auf der einen Seite die Kakaobohne, eine göttliche Speise mit einer über 5.000 Jahre alten Geschichte, die einst als Währung diente und als Medizin galt. Auf der anderen Seite steht die moderne Form des "Cannabis-Genusses". Der Cannabis Kakao zum Selbermachen reiht sich also in eine lange, ehrwürdige Tradition ein und interpretiert sie neu.
Die Zubereitung des "Hot Chocolate-Moments" ist unkompliziert und kann nach Lust und Laune an den eigenen Geschmack und die bevorzugte Ernährungsweise angepasst werden.
Die eigentliche Herausforderung liegt in der Wirkung: Man sollte sich bewusst sein, dass diese verzögert eintritt und intensiver sein kann als bei inhaliertem Cannabis.
Die goldene Regel lautet daher, mit einer kleinen Dosis zu starten und Geduld zu haben. Die wissenschaftliche Theorie, dass Kakao über das Anandamid sogar mit deinem körpereigenen Endocannabinoid-System interagiert, macht diese Kombination zusätzlich faszinierend.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt weder eine Rechtsberatung noch eine Aufforderung zum Kauf oder Konsum von Cannabis dar. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte wird keine Gewähr übernommen.
Quellen
- Zarrillo, S. et al. (2018): The use and domestication of Theobroma cacao during the mid-Holocene in the upper Amazon. Nature Ecology & Evolution 2, S. 1879–1888.
- Coe, S.D., Coe, M.D. (2013): The True History of Chocolate. Thames & Hudson, London.
- Presilla, M.E. (2009): The New Taste of Chocolate: A Cultural & Natural History of Cacao with Recipes. Ten Speed Press, Berkeley.
- Dillinger, T.L. et al. (2000): Food of the Gods: Cure for Humanity? A Cultural History of the Medicinal and Ritual Use of Chocolate. The Journal of Nutrition 130(8), S. 2057S–2072S.
- Di Tomaso, E., Beltramo, M., & Piomelli, D. (1996): Brain cannabinoids in chocolate. Nature 382(6593), 677–678.
- Kelly, B.F. & Nappe, T.M. (2023): Cannabinoid Toxicity. In: StatPearls. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing. PMID: 29489164.
- EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (2012): Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to cocoa flavanols. EFSA Journal 10(7), 2809.
- Grassi, D. et al. (2005): Short-term administration of dark chocolate is followed by a significant increase in insulin sensitivity. American Journal of Clinical Nutrition 81(3), 611–614.










