
Inhaltsverzeichnis
Wichtigste Erkenntnisse
- Cannabisbutter ist eine Alternative zum Verdampfen und Rauchen, da man mit dieser Edibles herstellen kann.
- Die Decarboxylierung ist essenziell, um die Cannabinoide in den Blüten oder Extrakten zu aktivieren und deren volle Potenz zu nutzen.
- Das langsame Köcheln der Butter sorgt für eine sehr gute Aufnahme der Wirkstoffe in das Fett.
- Die Dosierung ist bei Edibles besonders wichtig, da Edibles stärker wirken als verdampftes und gerauchtes Weed.
- Cannabisbutter kann vielseitig verwendet werden, z. B. in Backwaren, auf Brot oder als Basis für herzhafte Gerichte.
Cannabis Butter ist eine Zubereitung, die in der Cannabis-Community seit Jahrzehnten bekannt ist. Dabei werden Cannabinoide aus der Pflanze in Butter oder Margarine gelöst, um sie oral aufzunehmen. Was simpel klingt, birgt jedoch erhebliche Risiken: Die Wirkung setzt verzögert ein, hält deutlich länger an und ist schwerer zu kontrollieren als beim Inhalieren.
Genau diese Unterschiede machen Cannabis Butter zu einem zweischneidigen Schwert. Einerseits ermöglicht sie eine rauchfreie Aufnahme, andererseits führt die verzögerte Wirkung häufig zu Überdosierungen. Dies geschieht vor allem bei Menschen ohne ausreichende Kenntnisse über die Dosierung und eigene Reaktionen auf Cannabis.
Dieser Artikel beleuchtet den Herstellungsprozess, erklärt die wichtigsten Prinzipien der Schadensminimierung und ordnet die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland ein.
Wichtiger Hinweis
Die Herstellung von Cannabis-Edibles für den Eigenkonsum bewegt sich in Deutschland in einer rechtlichen Grauzone.
- Viele Fachanwälte für Strafrecht vertreten die Auffassung, dass auch die Herstellung für den Eigenkonsum nach § 34 KCanG strafbar ist. Wir raten ausdrücklich von der Herstellung von Cannabis-Edibles ab.
- Im Sinne der Schadensminimierung (Harm Reduction) stellen wir aber präzise Informationen zur Verfügung, nicht als Aufforderung, sondern als Sicherheitsinformation für Personen, die sich bereits entschieden haben. Leider stellen viele Menschen Edibles ohne ausreichende Kenntnisse her, was oft zu ungleichmäßiger Verteilung des Wirkstoffs und zu Überdosierungen führt.
- Grundsätzlich sollte man unbedingt beachten, dass das Produkt oder Inhaltsstoffe des Produktes mit Cannabinoiden niemals in die Hände von Kindern oder Jugendlichen gelangen. Die akute Wirkung von Cannabis kann für diese situationsbedingt besonders gefährlich sein. Handle stets verantwortungsbewusst.
- Die Weitergabe von Cannabis-haltigen Lebensmitteln an Dritte, gewerblich oder auch privat, ist nach wie vor eindeutig verboten.
Eigenschaften der Cannabis Butter

Der wesentliche Unterschied zwischen Cannabis Butter und inhaliertem Cannabis liegt in der Pharmakokinetik. Diese beschreibt den Weg eines Wirkstoffs durch den Körper. Also genau gesagt, wie schnell er aufgenommen wird, wie lange er wirkt und wann er wieder ausgeschieden wird. Edibles haben einen verzögerten Wirkeintritt und eine deutlich längere Wirkungsdauer von bis zu 12 Stunden (1), während die Wirkung beim Inhalieren nach ein bis zwei Stunden nachlässt.
Cannabis Butter kann in der Küche in verschiedenen Lebensmitteln eingesetzt werden. Diese reichen von Backwaren wie Brownies, Cookies und Gummibärchen, bis hin zu herzhaften Gerichten wie Soßen oder Pasta verwendet werden. Diese Vielfalt erschwert jedoch die präzise Dosierung erheblich.
Außerdem muss man auch dazu beachten, dass die Herstellung an sich nicht sehr diskret ist, da je nach Methode und Utensilien die Wohnung währenddessen durchaus stark nach Cannabis riechen kann.
Die Herstellung von Cannabutter

Nachfolgend wird der theoretische Herstellungsprozess beschrieben. In diesem Prozess kann die Butter auch problemlos durch einen veganen Butterersatz wie Margarine ausgetauscht werden.
Zutaten
- Cannabisblüten oder Extrakte wie Hasch oder Rosin
- 250 g Butter oder veganer Butterersatz
- 500 ml Wasser
Materialien und Hilfsmittel
- 1 Topf oder Wasserbad
- 1 feines Sieb oder ein Passiertuch
- Ofen und 1 Backblech mit Backpapier
- Je nach Cannabisprodukt ist auch noch eine kleine ofenfeste Form oder ein Weckglas hilfreich
Hier findest du ein Video mit Max Buechse, welches Einblicke in die Herstellung von Cannabutter gibt:
Schritt 1: Decarboxylierung
Rohes Cannabis enthält die nicht-psychoaktive Säureform THCA. Um diese in das wirksame THC umzuwandeln, ist der Prozess der Decarboxylierung notwendig (2). Ohne diesen Schritt würde das Edible kaum eine psychoaktive Wirkung entfalten. Dieser Schritt ist sowohl für Blüten als auch für bestimmte Extrakte wie Rosin, der oft nur schwach aktiviert ist, unverzichtbar.

Wenn man Extrakt verwenden möchte, muss man unbedingt beachten, dass manche Extraktformen noch inaktiv sind, andere dagegen bereits in der aktivierten Form vorliegen. Grundsätzlich sind Extrakte schneller aktiviert als Blüten. Wer ein Extrakt nutzt, sollte sich unbedingt damit genau auskennen und den Prozess der Aktivierung daran anzupassen.
Schritt 2: Butter schmelzen und Wirkstoffe extrahieren

Da das Cannabis, egal in welcher Form, nun aktiviert ist, kann man nun die Wirkstoffe extrahieren und der Butter hinzufügen. Diese Wirkstoffe sind fettlöslich, deswegen arbeitet man mit Butter oder veganen Alternativen mit pflanzlichem Fett wie Magarine.
- Die Butter im Wasserbad bei niedriger Hitze langsam schmelzen.
Bei Blüten: Man kann auch die Butter mit Wasser zusammen in einem Topf ohne Wasserbad schmelzen. Da sich Fett beim Abkühlen von Wasser trennt, wird sich am Ende die fertige Canna Butter oben absetzen und man kann diese abschöpfen. (Diese Methode ist nur sinnvoll mit der Kombination Butter und Blüten)
Bei Extrakten oder Ölen: Sollte ein Wasserbad oder eine andere Methode gewählt werden, die das Fettmedium nicht verwässert. - Sobald die Butter vollständig geschmolzen ist, die decarboxylierten Blüten oder das Extrakt hinzufügen.
- Bei Blüten: Damit sich die Wirkstoffe aus den Blüten mit den Fettsäuren der Butter verbinden, sollte die Butter 2 - 4 Stunden bei niedriger Hitze ca. 90-95°C Köcheln. Hierbei ist das Wasserbad sehr hilfreich, da Wasser in einem normalen Kochtopf nicht mehr als 100°C erreichen kann. Höhere Temperaturen als hier angegeben sollten vermieden werden, da sonst Wirkstoffe und Terpene verloren gehen können. Bei Extrakten: Da die Wirkstoffe bereits extrahiert sind, muss die Butter nicht so lange köcheln. Hier reicht es, wenn sich das Extrakt komplett in der Butter aufgelöst hat und gut durchgemischt wurde. Anschließend kann die Butter bereits in die gewünscht Form gegeben werden und abkühlen.
Man kann natürlich auch Öl wie MCT-Öl benutzen. Darauf gehen wir allerdings in diesem Rezept nicht weiter ein.
Schritt 3: Butter filtern, fertig stellen und lagern

Wird mit Blüten gearbeitet, sollte die Butter auf jeden Fall gefiltert werden. Bei einer Butter mit Extrakten ist dieser Schritt nicht notwendig
- Nach dem Köcheln die Mischung durch ein feines Sieb oder Passiertuch abseihen. Vorsicht! Da die Butter immer noch sehr heiß ist, besteht hier Verbrennungsgefahr!
- Die Butter in einen Behälter geben und abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen sollte die Butter im Kühlschrank gestellt werden, bis sie fest ist.
- Wenn die Butter ohne Wasserbad mit Wasser und geschmolzener Butter in einem Topf zubereitet wurde, wird sich nun beim Abkühlen die Butter vom Wasser trennen. Daraufhin kann die feste Butter abgeschöpft werden. Das Wasser wird im Anschluss weg gegossen.
- Zur Lagerung eignet sich für die Butter ein luftdichter Behälter der Wahl, der korrekt mit Datum und Hinweis auf Cannabis beschriftet wurde. Im Kühlschrank ist sie 2 - 3 Wochen haltbar und im Gefrierschrank bis zu 6 Monate ohne Wirkstoffverlust.
Dosierungshinweise für die Cannabis Butter: Langsam starten und geduldig sein

Aus Gründen der Schadensminderung ist es unerlässlich, die Prinzipien einer sicheren Dosierung zu verstehen:
- Verzögerter Wirkeintritt: Die Wirkung tritt erst nach 30 bis 120 Minuten ein. Ungeduldiges Nachdosieren ist sehr gefährlich und führt oft zu starken Überdosierungen.
- "Start low, go slow": Internationale Leitfäden zur sicheren Anwendung von Cannabis Edibles empfehlen für unerfahrene Personen eine theoretische Anfangsdosis von maximal 2,5 bis 5 mg THC (4). Es ist essenziell, nach einer solchen eingenomenen Dosis mindestens zwei Stunden (besser drei) zu warten, um die volle Wirkung abzuschätzen, bevor eine weitere Einnahme überhaupt in Erwägung gezogen wird.
- Unbekannte Stärke: Bei selbst hergestellten Produkten ist die genaue Konzentration unbekannt. Daher sollte die erste Dosis immer weit unter der geschätzten Zieldosis liegen, um die Potenz des Produkts sicher zu testen.
- Risiken einer Überdosierung: Eine zu hohe Dosis kann schwere Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit, Verwirrung, Bewusstseinsveränderung, intensive Angst und Panikattacken und damit Gefahren in vielen Alltagssituationen wie im Straßenverkehr mit sich bringen (5).
Weed Butter: Ein wachsender Trend in der Branche?
Die Studie The Study of Satisfaction with Cannabutter Products among Cannabis Entrepreneurs in Chiang Mai Province (Vunlipakorn et al.) beleuchtet die steigende Beliebtheit von Cannabis Butter als Grundlage für Edibles in der Cannabis-Industrie (6).
- Besonders in der Gastronomie und der Edibles-Branche gewinnt sie an Bedeutung, da sie eine diskrete, langanhaltende und vielseitig einsetzbare Alternative zum Verdampfen und Rauchen bietet.
- Dabei wird auch die Wahl der CBD Blüten oder THC-haltigen Blüten als entscheidender Faktor für die Qualität und Aroma der Butter hervorgehoben. Wer seine eigene Cannabis Butter herstellt, sollte unbedingt darauf achten, hochwertiges Pflanzenmaterial zu verwenden.
- Zudem hebt die Studie hervor, dass die Nachfrage nach qualitativ hochwertiger Cannabutter stetig wächst, da Konsumenten zunehmend auf rauchfreie Cannabisprodukte umsteigen.
- Die Existenz des Trends macht es notwendig, hier genaue Informationen im Sinne der Harm Reduction zu geben, um eine wachsende Zahl von Menschen zu helfen, Risiken zu minimieren.
Fazit
Cannabis Butter herzustellen ist kein großes Geheimnis, erfordert aber Kenntnisse, um Gefahren zu vermeiden. Sie ist vielseitig verwendbar und eine der gängigsten Methoden, um die Wirkstoffe, wie THC oder CBD in Lebensmitteln zu konsumieren. Mit der fertigen Butter kann in der Theorie eine Vielzahl von Edible-Kreationen verfeinert werden.
Die eigentliche Herausforderung liegt in der Wirkung: Man sollte sich bewusst sein, dass diese verzögert eintritt und intensiver sein kann als bei inhaliertem Cannabis.
Die goldene Regel lautet daher, mit einer kleinen Dosis zu starten und Geduld zu haben.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt weder eine Rechtsberatung noch eine Aufforderung zum Kauf oder Konsum von Cannabis dar. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte wird keine Gewähr übernommen.










